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Celle Stadt Celler feiern bei Stadtfest bis zur Ekstase (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler feiern bei Stadtfest bis zur Ekstase (mit Bildergalerie)
20:23 18.09.2016
Celle Stadt

Als das Stadtfest am Samstag um 11 Uhr offiziell die historische Innenstadt zum Festivalgelände verwandelte, war noch nicht viel los. Vermutlich lagen viele Celler noch in ihren Betten und tankten nach dem langen Freitagabend wieder Energie. Der Himmel war bedeckt, es hatte gerade aufgehört zu regnen. Auf den Bühnen schoben einige Helfer allerlei Instrumente hin und her und behoben letzte technische Störungen. Die Frühaufsteher schlenderten über den Wochenmarkt und ließen sich beim Einkaufen vom Bühnenprogramm der Marktbeschicker berieseln, die ihren Kandidaten beim Quiz Scherz- und Schätzfragen stellten.

Grauer Himmel, regennasse Straßen, kleine Probleme mit der Bühnentechnik und dazwischen der große Auftritt einer jungen Sängerin: Das Stadtfest startete holprig in die zweite Runde und steigerte sich von Stunde zu Stunde zur Mega-Party. Zwei überraschende Höhepunkte waren die beiden Auftritte der neunjährigen Kristin Raddatz.

„Letztes Jahr hat es zu Beginn des Festes angefangen zu regnen. Dieses Jahr hört es genau damit auf. Wir steigern uns von Jahr zu Jahr – auch was das Wetter angeht“, sagte Stadtfest-Organisator Wolfgang Reichert schmunzelnd zu Beginn des zweiten Tages. Nachdem der Chor der Grundschule „Nadelberg“ und die Schülerband der Ferienpass-Aktion der Celler Rock-Initiative sich und das Publikum an der Bühne am Alten Rathaus langsam warmgespielt hatten, trat ein neunjähriges Mädchen auf die Bühne und sorgte am trüben Vormittag plötzlich für Gänsehaut-Stimmung.

Einige Marktbesucher blieben vor der Bühne stehen und lauschten der großartigen Gesangsstimme von Kristin Raddatz, die gerade das Lied „Irgendwas bleibt“ von Silbermond coverte. Musik-Experte Reichert kannte die Publikumswirkung des jungen Gesangstalentes schon. So erzählte er: „Wir hatten Sommerfest in der CD-Kaserne, da durften Kinder Instrumente ausprobieren und singen. Und da ist sie einfach auf die Bühne gekommen, hat sich das Mikrofon geschnappt, losgelegt und uns allen ist die Kinnlade runtergeklappt.“

Vorne in der ersten Reihe fieberten Kristins Vater, Schwester und die beiden Brüder mit. „Kristin singt im Bad, im Auto, beim Hausaufgabenmachen – eigentlich hat sie immer gesungen“, verriet Dominik Raddatz nach dem Auftritt seiner Tochter. „Mir hat Singen immer Spaß gemacht“, sagte die junge Sängerin, die am Mittag am Alten Rathaus eigentlich nur für ihren Auftritt am Abend auf der Stechbahn üben wollte.

Dann als es gegen 19 Uhr so weit war, begeisterte Kristin mehr als 150 Besucher. Lautstark forderte das Publikum eine Zugabe der Neunjährigen, die auf diesen Fall gar nicht vorbereitet war. Unter tosendem Beifall wiederholte sie einfach noch einmal ihre Version des Liedes „Irgendwas bleibt“.

„Supertoll und total süß, wie sie das hier gemeistert hat“, sagte Solveigh Kowalski, die zusammen mit ihrer Familie den Auftritt der jungen Sängerin am Abend mit verfolgte. Auch Carola Winnekendonk und Elke Modler waren begeistert von Kristins Auftritt auf dem Stadtfest. „Das war super und ist unglaublich beeindruckend für ihr Alter“, sagten die beiden Frauen, die zusammen mit vier weiteren Freundinnen aus Hessen angereist waren, um den 50. Geburtstag von Carola Winnekendonk in Celle zu feiern. „Wir machen immer solche Ausflüge, wenn eine von uns 50 wird“, erklärten die Frauen. Dass die Gruppe dieses Mal nach Celle gekommen ist, lag an ihrer Freundin Annette Opitz, die auch mit dabei war. Opitz stammt aus Celle und empfahl ihren Freundinnen einen Besuch des Schlosstheaters und des Stadtfestes.

Nach dem ersten Auftritt von Kristin Raddatz am Samstagmittag plätscherte die Veranstaltung noch eine Zeitlang vor sich hin. Die Celler genossen die Musik, aßen und tranken in entspannter Atmosphäre. Die Kinder stürzten sich auf das umfangreiche Familienprogramm: Sie stürmten auf die Hüpfburg, bastelten, malten und probierten akrobatische Übungen beim Mitmachzirkus „Knalltüte“ aus.

Ab 16 Uhr nahm die große Fete langsam immer mehr an Fahrt auf, und ab 20 Uhr wurde an allen drei Bühnen ausgelassen gerockt und gefeiert: Vom knallharten Punkrock der Band „Mary´s Forbidden Dreams“ über krassen Hip-Hop-Sound von „Stunnah“ bis hin zu stimmungsvollem Schlager der „Allertalbuam“ und mehr war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. So feierten die Celler am Schloss, vor der Stechbahn und am Alten Rathaus bis spät in die Nacht.

„Es hat total Spaß gemacht, und es ist total gut gelaufen“, sagte Mitorganisator Bernd Wengeler am Ende der Super-Sause. Und Reichert ergänzte: „Das Wetter blieb trocken, die Leute waren gut drauf, die ehrenamtlichen Helfer waren gut drauf. Es war eine tolles Fest.“ Der Umsatz an den Getränkeständen war etwa genauso hoch wie im vergangenen Jahr.

Auch Thommy Schneller, Frontmann der national und international bekannten „Thommy Schneller Band“, zeigte sich begeistert von der Stimmung auf dem Stadtfest. „Die Celler Ekstase macht einen richtig schön fertig, denn die Celler sind so heißblütig, dass man sagen kann: Celle ist das Andalusien Niedersachsens. Es war einfach großartig.“