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Celle Stadt Celler im Bee-Gees-Fieber
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler im Bee-Gees-Fieber
17:42 24.04.2016
Die drei italienischen Brüder Walter (Barry), Pasquale (Maurice) und Davide (Robin) Egiziano performten als Bee Gees. Auch drei Urgesteine der Originalband kamen auf die Bühne: Blue Weaver (Keyboard), Dennis Bryon (Schlagzeug) und Vince Melouney (Gitarre). Vier Tänzerinnen und ein Tänzer animierten das Publikum zum Mitmachen. Quelle: Benjamin Westhoff
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„It's disco time, let's dance.“ Und das haben die begeisterten Zuschauer dann auch getan – soweit die beengenden Stuhlreihen es zuließen. Eingepackt in eine reduzierte Form von „Musical“ gab es ein wirklich hervorragendes Live-Konzert im Originalsound des berühmten Brüder-Trios. Im Vordergrund stand ganz eindeutig die Musik. Tänzer und Theater-Dramaturgie der „Massachusetts“-Musicalstory schmückten lediglich die Hits und Evergreens von Barry, Maurice und Robin Gibb aus und unterhielten auf ihre Weise das Publikum mit Geschichten rund um die Stars.

Siebziger Jahre, John Travolta, coole Beats und coole Moves: Da brauchte es keine lange Ansage, die drei italienischen Brüder Walter (Barry), Pasquale (Maurice) und Davide (Robin) Egiziano mit ihrer eindeutig zuordenbaren Haartracht sprangen gleich mitten ins Geschehen. Nach dem fulminanten Opening kam die chronologische Zuordnung: Ihr Album „Spicks & Specks“, die ersten größeren Auftritte und bedeutsame Begegnungen der drei Jungs aus England, etwa mit den Beatles. „I´ve Gotta Get a Message to You“ – und dann schmolz die Arena dahin bei „To Love Somebody“.

Den roten Faden zog die einfache Geschichte, die den musikalischen Weg samt Höhepunkten und Tiefen der Gibbs in einen Musical-Kontext packte. Die ansprechende Choreografie der vier Tänzerinnen und eines Tänzers auf der Bühne hätte es gar nicht gebraucht, um die Menschen in Stimmung zu bringen und mitzureißen. Sobald der Rhythmus flotter wurde, wippte und wogte das Publikum. So mancher Fan sang auch den Text begeistert mit. Bei „Jive Talking“, „In the Nights of Broadway“, „Night Fever“ und „You Should Be Dancing“ hielt es keinen auf den Sitzen. Ganz nebenbei war zu erfahren, dass Barry Gibb 1968 zum “sexiest man alive” gewählt worden war. Auch, dass die Brüder viele Hits für andere Stars geschrieben haben. So gab Backgroundsängerin Letizia Mongelli eine hervorragende Diana Ross mit „Love, Love, Love“ und erzählte, wie es zu der ungewöhnlichen, hohen Tonlage der Bee Gees gekommen ist.

Auf dem Siedepunkt war die Begeisterung: Auch über die Authentizität der „Italian Bee Gees“ und ihrer Band – als mit Blue Weaver (Keyboarder), Dennis Bryon (Schlagzeuger) und Vince Melouney (Gitarrist) drei Urgesteine der Originalband der Bee Gees auf die Bühne kamen und musikalisch ihre Plätze einnahmen. Auch das Besinnliche kam nicht zu kurz. Und nach „Tragedy“ und „If I Can Have You“ kann man getrost sagen: „Nobody Got So Much Love” und – in memoriam – „We Don't Say Goodbye” à la Celine Dion.

Von Doris Hennies