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Celle Stadt Celler mit Angst vor dem Leben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler mit Angst vor dem Leben
17:14 26.09.2013
Die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Celle - verzeichnet mehr Jugendliche mit Lebensangst. Quelle: Anne Garti / pixelio.de
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Seit 1973 gibt es die Beratungsstelle und über die Jahre sind die Fallzahlen mit wenigen Ausnahmen, immer weiter angestiegen. Waren es im ersten Jahr 182 bearbeitet Fälle, gab es in der Spitze 899. das war 2003. Inzwischen fällt die Kurve wieder langsam, aber das hängt laut Werner mit einem veränderten Beratungsverhalten der Eltern zusammen, worauf sich die Erziehungsberatungsstelle jetzt einstellt. „Wer heute Probleme mit seinen Kindern hat, schaut zunächst mal im Internet nach. In diesem Bereich müssen wir nacharbeiten und sind gerade dabei, eine Online-Präsenz aufzubauen”, sagt Werner. Gut funktioniert dagegen schon die Zusammenarbeit mit den Kindergärten. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle gehen in die Einrichtungen, um vor Ort Beratung anzubieten und von dort werden ihnen auch Kinder vermittelt.

Die Bandbreite der Fälle ist groß. Oft sind es normale Probleme in der Erziehung, die sich in einer Familie ins Extreme auswachsen. Die Mitarbeiter beraten bei Schreikindern oder heftigen Trotzphasen. Sie schauen sich dafür das Umfeld und Umgangsformen an, um Hilfestellung zu geben.

Bei Schreikinder neigt manche Mutter oder mancher Vater zum Beispiel dazu, immer weiter zu stimulieren, noch ein neues Lied und noch ein neues Lied zu singen, obwohl die Kinder eigentlich schon so müde sind, dass sie das eher stört.

Ein wichtiger Faktor ist auch die Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen. „Es gibt zu wenig Zeit miteinander und alles passiert früher”, sagt Werner. Auch der Druck im Beruf führt zu Zeitmangel. „Dieser Zeitmangel ist einer der wichtigsten Gründe für das Verfestigen von ungünstigen Verhaltensmustern”, schreibt Werner im Vorwort zum Jahresbericht der Erziehungsberatungsstelle.

Es gibt auch typische Probleme von Jungen und Mädchen. Die Eltern von Jungs kommen oft, wenn ihre Sprösslinge Probleme haben, sich mit dem System Schule anzufreunden. Bei den Mädchen gibt es einen Überhang in der Pubertät. Da geht es dann um Essstörungen, schulische Probleme, aber auch öfter um Cybermobbing. „Wir stellen allerdings fest, dass sich die Zahlen angleichen”, sagt Werner.

Tore Harmening

Von Tore Harmening