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Celle Stadt Celler neuer Geschäftsführer der Piratenpartei
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler neuer Geschäftsführer der Piratenpartei
20:01 07.11.2014
Von Klaus Frieling
Maik Saunus aus Celle, neuer politischer Geschäftsführer der Piratenpartei - in Niedersachsen. Quelle: Klaus M. Frieling
Celle Stadt

„Mein persönliches politisches Kernthema ist die soziale Gerechtigkeit“, betont Saunus im Gespräch mit der Celleschen Zeitung. Doch vor allem muss sich der 41-Jährige gemeinsam mit seinen neugewählten Vorstandskollegen (mit dem Delmenhorster Ratsherrn Andreas Neugebauer an der Spitze) um die Konsolidierung der Piraten kümmern, die nach beeindruckenden Anfangserfolgen letztlich Anfang vergangenen Jahres bei der niedersächsischen Landtagswahl gescheitert waren und seither auch in kein weiteres Landesparlament einziehen konnten. Die Mitgliederzahl zwischen Harz und Nordsee brach von 4000 auf derzeit rund 2100 ein – und in Celle, wo es laut Saunus mal 80 Piraten gab, seien es jetzt noch 40, deren „harter Kern“ sich montags ab 19 Uhr im Celler Restaurant Fabrik Lounge Aimely trifft.

Die Kommunalwahl 2016 in Niedersachsen gilt Saunus jetzt als nächste Herausforderung. Immerhin hält die junge Partei in unserem Bundesland mehr als 50 Mandate in den Städten und Gemeinden. „Niedersachsen hinkt beim Informationsfreiheitsgesetz hinter anderen Bundesländern hinterher“, benennt der dreifache Familienvater einen Ansatzpunkt für die Piraten-Politik.

So bleibt viel zu tun: „Wir haben beim Wähler durch öffentlich ausgetragene Konflikte viel Vertrauen verloren“, weiß Saunus. „Unsere offenen Strukturen haben dazu geführt, dass auch Spinner bei uns waren. In der Aufbruchstimmung kommen natürlich viele Meinungen zusammen.“ Publikumswirksame Austritte prominenter Piraten (wie zuletzt der der brandenburgischen Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg) nimmt Saunus allerdings nicht allzu tragisch. Und sieht bei manchem Ex-Parteifreund eher egoistische denn inhaltliche Motive: „Leute, die bei uns nichts Bezahltes abgegriffen haben, sind wieder gegangen.“

Der Landesvorstand wurde in Gifhorn erstmals für volle zwei Amtsjahre bestimmt, nachdem bislang jedes Jahr Neuwahlen anstanden. Saunus, seit 2012 Mitglied der Piraten, sieht darin eine Tendenz zur Professionalisierung der Partei. Und verweist darauf, dass „Netzpolitik“ bei den anderen Parteien erst zum Thema geworden sei, seit es die Piraten gibt. Politische Veränderung habe in der parlamentarischen Demokratie eben viel mit Geduld zu tun.