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Celle Stadt Celler pflücken Sträuße selbst
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler pflücken Sträuße selbst
15:26 16.08.2017
Quelle: Jana Fürste
Celle Stadt

Wer häufig mit dem Auto oder Fahrrad in Richtung Groß Hehlen oder Altenhagen unterwegs ist, der wird sie kennen: Die Felder, auf denen man sich selbst Blumen abschneiden kann. In leuchtend bunten Farben erstrahlen auch dieses Jahr Gladiolen, Dahlien und Sonnenblumen. Auf insgesamt zehn Feldern im Landkreis Celle und in der Region Hannover gibt es Blumen zum Selberpflücken.

Da sich die Saison allmählich dem Ende entgegen neigt, nutzen viele die letzten wirklich warmen Wochen, um noch den ein oder anderen schönen Strauß selbst zu pflücken. Vor allem die niedrigen Preise kommen bei den Kunden gut an. Verglichen mit fertigen Sträußen aus Blumengeschäften, kann man sich auf den Feldern preiswert selbst einen qualitativ hochwertigen Blumenstrauß zusammenstellen – und ist dabei komplett frei in der Gestaltung.

Claudia Ahrens aus Westercelle pflückt schon zum sechsten Mal in diesem Jahr Blumen auf dem Feld in der Fischerstraße. „Im Sommer freue ich mich sehr über die Möglichkeit, sich einen Strauß selbst zu pflücken“, sagt sie. Die Pflanzen halten bei ihr eine ganze Woche. Besonders wichtig sei ihr die Entscheidungsfreiheit. „So kann ich selbst über die Farbe entscheiden, und wie frisch sie sind.“

An der Lüneburger Heerstraße in Altenhagen hat Katharina Pecher aus Kassel spontan angehalten, um ein paar Blumen mitzunehmen. Auch in ihrem Heimatort ist sie oft auf solchen Feldern unterwegs. „Ich pflücke mir viel lieber selbst einen Strauß, als im Blumenladen einen fertigen zu kaufen“, sagt sie. Ihr Trick, um Sonnenblumen besonders lange schön zu halten: Sie am Ende des Stiehls leicht platt klopfen und dann in warmes Wasser stellen. In den warmen Sommermonaten könne man die Blumen nachts draußen lagern. Die kühle Luft würde ihre Haltbarkeit ebenfalls verbessern.

Die Blumenfelder werden seit etwa zehn Jahren von Dennis Gramm betrieben. Die Idee dafür stamme ursprünglich aus dem Schwarzwald. Von Anfang Juli bis zum ersten Frost können die Blumen auf den Feldern geschnitten werden. Eine besondere Zielgruppe gäbe es dabei nicht. Von Schulkindern, die auf dem Heimweg einen Blumenstrauß für ihre Mutter mitbringen, bis zu Pensionierten, die ihren Lebenspartnern eine Freude machen wollen, sei alles dabei.

Um die Felder zu pflegen und instand zu halten beschäftigt Gramm mehrere Angestellte. Das Geschäft mit den Blumen zum Selbstpflücken rentiert sich. Der Grund sei vor allem, dass die Blumen professionell angepflanzt und angeboten würden. Die Standorte an den Hauptverkehrsstraßen seien ebenfalls nicht unwesentlich für den Erfolg. Letztendlich zählt aber vor allem eins: Das Vertrauen in die Kunden. „Man muss natürlich auf die Ehrlichkeit der Leute hoffen“, sagt Gramm.

Von Jana Fürste