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Celle Stadt Celler retten Hunde auf Mallorca
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler retten Hunde auf Mallorca
17:28 22.02.2012
Bild 1: Frau Ruddy mit Fritz-Dog Benny. Bild 2: Luna, die Tochter eines der Hunde-Besitzer, im Kreise der Fritz-Dogs. Quelle: David Sarkar
Celle Stadt

Hunde, die in spanischen Tierheimen aufgenommen werden, haben häufig keine Zukunft. Wenn sie nach vier Wochen keinen neuen Besitzer gefunden haben, werden sie in den Perreras, wie die spanischen Tierheime heißen, getötet. Dieses traurige Schicksal der Tiere konnten und wollten Nora und Reinhard Fritz nicht länger mit ansehen. Aus diesem Grund hat das Celler Ehepaar, das seit drei Jahren in Spanien lebt und vielen noch als Betreiber der Gaststätte Waldschänke am Lönsweg bekannt ist, bei Faceboock die Gruppe „Fritz Dogs Family“ gegründet, die die spanischen Hunde vermittelt - viele von ihnen nach Celle.

Die Bedingungen, unter denen Hunde in spanischen Tierheimen leben, sind, verglichen mit deutschen Einrichtungen, sehr schlecht. Das Ehepaar Fritz versucht, so viele vom Tode bedrohte Hunde wie möglich in Spanien zu retten und nach Deutschland zu vermitteln. Im vergangenen Jahr konnten sie 70 Tiere vor dem Tod retten, jeder zweite davon fand im Celler Raum ein neues Zuhause. Auf ihrer Homepage veröffentlichen sie Fotos mit Beschreibungen von bedrohten Hunden, in Deutschland hat die Gruppe schon 220 und Mitglieder.

In Celle haben sie eine engagierte Mitstreiterin - Renate Ruddy aus Vorwerk. Sie hat nicht nur selbst einen spanischen Hund adoptiert, sondern pflegt auch intensiven Kontakt zu den neuen Haltern der Hunde. „Die neuen Besitzer bereuen ihre Entscheidung nicht. Die spanischen Hunde sind sehr anpassungsfähig und daher pflegeleicht“, sagt Ruddy, „man spürt ihre Dankbarkeit, dass ihnen ein neues Leben geschenkt wurde.“ Die Hunde kommen geimpft und gechipped in Deutschland an. Die Kosten hierfür und für die Reise belaufen sich durchschnittlich auf 175 Euro. Sie werden häufig von den neuen Besitzern übernommen, aber das Ehepaar Fritz zahlt auch viel aus eigener Tasche. Daher sind sie für jede Spende dankbar. „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Norbert Fritz, der Bruder von Reinhard, „aber das Leid der Tiere in den Perreras motiviert meinen Bruder und meine Schwägerin immer wieder aufs Neue“.

Die Haltung der hiesigen Tierschützer, die sich für den Verbleib der Tiere in ihren Heimatländern und die Hilfe vor Ort, beispielsweise durch Kastration, aussprechen und ausdrücklich auf die überfüllten Tierheime hierzulande hinweisen, hat es nicht nur angesichts der ungleichen Tierhaltungsbedingungen in Deutschland und Spanien schwer, sich durchzusetzen.

Von Anke Schlicht