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Celle Stadt Celler seit 100 Tagen im Ministeramt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler seit 100 Tagen im Ministeramt
21:07 04.02.2010
Jörg Bode 100-Tage-Bilanz Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Der Sprung ins kalte Wasser scheint ihm aber nicht geschadet zu haben. Im Gegenteil: Nach 100 Tagen im Amt zeigt sich Bode im CZ-Interview gestern Nachmittag souverän, durchsetzungsstark – und zufrieden. „Ich bin viel im Land unterwegs gewesen, habe viele Unternehmen kennen gelernt und fühle mich pudelwohl“, so Bode. Und er habe auch schon Erfolge vorzuweisen. Insbesondere in der Auseinandersetzung um die Y-Trasse – der geplante Bahnausbau zur besseren Anbindung der Seehäfen – habe er bisher keinen Konflikt gescheut und dabei erfolgreich Bundesminister und den obersten Bahnchef in die Schranken verwiesen. „Viel Feind, viel Ehr“, scherzt der Minister und resümiert: „Das ist ein schöner Erfolg.“

Bode, der den Tourismus und die Hafenwirtschaft in Niedersachsen voranbringen will, baut beim Güterverkehr sowohl auf den Schienen- als auch auf den Schiffsweg. „Wenn wir vorankommen wollen, brauchen wir beides“, erklärt der gelernte Bankkaufmann. Die Anbindung der Residenzstadt an das Bahnetz sieht er durch den Bau der Y-Trasse derweil nicht in Gefahr. „Über die neue Strecke wird lediglich der Güterverkehr geleitet. Und jene ICEs, die auch jetzt nicht in Celle halten.“

Auch für die Landesstraßen konnte Bode zusätzliche Gelder eintreiben. „Nachdem der Schnee geschmolzen ist, können damit die Fahrbahnen ausgebessert werden.“ Der andauernde Winter sei ohnehin ein schwieriges Thema: „Wann hatten wir das zuletzt hier in Celle? Ich glaube, vor rund 30 Jahren.“

Beim Thema Autobahnbau hält sich Bode zunächst zurück. „Das Land ist gerade dabei, die Frage der A2 zu diskutieren“, erklärt der Minister. Über einen möglichen Ausbau der A27, die dann durch den Celler Landkreis führen würden, könne erst dann entschieden werden.

Nach seinem 100-Tage-Resümmee wirft Bode sofort einen Blick in die Zukunft. Kreditversorgung des Mittelstandes, Großprojekte wie der Jade-Weser-Port, und die Schließung der Lücke, die insbesondere im Fachkräftebereich durch den demographischen Wandel entsteht, gehören zu seinen Projekten.

Souveräner ist er geworden, der Landespolitiker mit Wohnort Celle. Nach 100 Tagen Amtszeit zieht er aber auch ein privates Fazit: Das Familienleben habe sich sehr verändert. „Wenn ich nach Hause komme, schlafen meist schon alle.“ Der Sonntag gehöre meistens der Familie, unter der Woche sei er viel im Auto unterwegs. Auf die Anspielung eines eventuellen Ausgleichs beim Fliegen – siehe Wulffs Upgrade-Affäre – kontert Bode charmant: „Wir machen in Südtirol Urlaub. Auf der Alm gibt es keine Upgrades.“

Von Birte March