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Celle Stadt Celler setzen "Zeichen gegen Rechts"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler setzen "Zeichen gegen Rechts"
16:59 04.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Rockig ging es in der CD-Kaserne beim Aktionswochenende gegen Rechtsextremismus zu. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Wer sich am Sonnabend der CD-Kaserne näherte, hätte den Eindruck gewinnen können, Klaus Lage persönlich stände auf der Bühne des Jugend- und Veranstaltungszentrums. So täuschend echt spielten die Musiker von "SputniX" einen Song des Deutschrockers nach. Im Publikum, das in der kleinen Halle zusammengekommen war, sangen sogar HipHopper mit. Die Band der Lobetalarbeit war nur eine von einem guten Dutzend Rock- und Popformationen, die bei einem kleinen Musikfestival ein "Zeichen gegen Rechts" gesetzt haben.

Üblicherweise veranstaltet die CD-Kaserne in Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz und der Jugendarbeit der Stadt Celle alle zwei Jahre Aktionswochen gegen Rechtsextremismus. "Nach dem großen Erfolg auch gerade des Konzerts im vergangenen Jahr haben wir alle gesagt, dass es zu lang wäre, zwei Jahre zu warten", erklärte Kai Thomsen, Geschäftsführer der CD-Kaserne. Also habe man ein Aktionswochenende in Kooperation mit der Jugendarbeit organisiert.

Der Zuspruch unter den Musikern war enorm. "So viele Bewerbungen hatten wir noch nie, wenn wir Bands aufrufen, sich ür eine Veranstaltung zu bewerben", berichtete Stefanie Fritzsche, die die Organisation von "Zeichen gegen Rechts" in ihren Händen hielt. 29 Bewerbungen waren eingegangen. Darunter von Bands aus Hannover, Braunschweig und sogar Magdeburg. Viele wollten unbedingt bei der Veranstaltung gegen Rechtsextremismus dabei sein. "Wir nehmen auch kein Fahrtgeld, wir kommen trotzdem, haben uns einige gesagt," erzählte Fritzsche am Sonnabendmorgen, als das Aktionswochenende mit einer Kunstausstellung im Foyer der CD-Kaserne eröffnet worden war.

Hier hatten 19 Künstler aus Celle und Umgebung Werke ausgestellt, die sich mit dem Thema "Toleranz – Extremismus ohne uns!" auseinandersetzen. Auch mit dieser Resonanz hatte Fritzsche nicht gerechnet. Daneben gibt es noch eine Plakatausstellung des PräGeRex-Projekts der Jugendarbeit der Stadt Celle. Hier hat man Wahlkampfsprüche der NPD aufs Korn genommen. So von einem Rechtsextremen, der die Todesstrafe für Kinderschänder fordert, aber selbst wegen des Missbrauchs eines Kinders verurteilt worden war. "Im Kampf gegen jede Form des Extremismus muss man präsent sein. Mit Rechtsextremismus haben wir in Celle die meisten Probleme", sagte Fachdienstleiter Gerd Dittmer.