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Celle Stadt Celler singen bis zum Abwinken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler singen bis zum Abwinken
16:56 08.01.2017
Bei Udo Jürgens Hit "Aber bitte mit Sahne" war das Publikum beim Herdensingen in der Celler CD-Kaserne nicht zu bremsen und sang lautstark mit. Quelle: Oliver Knoblich
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Großen Anteil hat die Auswahl der Lieder, deren Texte in großen Lettern an der Leinwand geschrieben stehen und die überwiegend der Mottenkiste des deutschen Schlagers entstammen. „Es sind Eure Wunschzettel, die wir hier spielen. Wir sind heute Abend Eure Begleitband“, begrüßt Thomsen sein Herdenpublikum, das sich im Vergleich zur Premiere im letzten Herbst deutlich vermehrt hat. Der Chor aus mehr als 300 Sangesbegeisterten hat die Welt um sich vergessen, aus vollster Kehle und mit ganz viel Luft hetzen Junge und Alte, Männer und Frauen „Atemlos“ durch die Nacht, lassen „Marmor, Stein und Eisen“ brechen, „99 Luftballons“ steigen und es nur so triefen bei Peter Maffays „Und es war Sommer“. Deutsch ist angesagt, die Wunschbox am Eingang hat es vorgegeben.

„Ich bin ja so gar nicht sangesbegabt“, sagt Marita Sandhausen lachend, während sie in der ersten Pause ihren Wunschzettel schreibt. „Das fällt hier in der Menge nicht so auf.“ Alleine würde sie sich nicht auf die Bühne wagen. Auch Elfriede Reiser und Uschi Surburg wären dazu nicht bereit. Aber in der Menge „da kann man mitgröhlen, ohne sich zu schämen“, sind sich die Freundinnen einig. Die Piraten der CD-Kaserne sind im Vergleich zur ersten Auflage deutlich entlastet, alles läuft von alleine, Thomsen teilt sich die kurzen Zwischenmoderationen mit seinen Kollegen. „Wir fangen langsam an und steigern uns“, hatte er zu Beginn angekündigt.

Umsetzen lässt sich der Vorsatz nicht. Der Stimmungspegel ist von Anfang an so hoch, dass er nicht steigen kann. Jedes Lied schlägt ein wie eine Bombe, der anschließende Applaus ist zur Bühne gerichtet, gehört allerdings allen. Und das macht ihn wohl aus – den kleinen Unterschied zu anderen Konzerten. Das Publikum schaut nicht wie üblich zu, sondern agiert selbst und lässt an den Gesichtern erkennen: Singen macht glücklich.

Von Anke Schlicht