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Celle Stadt Celler streiten um neues Schulgesetz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler streiten um neues Schulgesetz
18:17 26.05.2015
Luftbild des Landkreisgeländes Sanierungsbedarf bei Landkreis-Gebäude: Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Er und der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Joachim Müller, befürchten, dass das ein oder andere Gymnasium in Celle seine Türen für immer schließen muss, weil Gesamtschulen unangemessen befördert werden. „Es findet eine inhaltliche Aushöhlung der Gymnasien statt“, sagt Bühmann. So würden die Gesamtschulen zum Beispiel bei der Zuweisung von Lehrerstunden besser gestellt. Bei der Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren an Gymnasien seien zudem handwerkliche Fehler gemacht worden. So gebe es keine Möglichkeit im generellen Schulsystem eine Verkürzung der Schulzeit hinzubekommen. Es gebe nur das individuelle Überspringen von einzelnen Klassen.

Er kritisiert außerdem, dass die Noten in den Grundschulen abgeschafft werden. „Den Eltern fehlt so eine klare Orientierungshilfe bei der Wahl der Schulform“, kritisiert Bühmann. Außerdem sei es künftig nicht mehr möglich, Schüler, die zweimal sitzen geblieben sind, auf eine angemessene Schulform zurückzustufen. Die CDU befürchtet, dass einige Schüler deshalb immer weiter mitschwimmen werden und keine Chance auf einen Abschluss bekommen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt weist die Kritik zurück: „Die CDU in Celle prophezeit den Untergang des Abendlandes. Das ist pure Polemik.“ Er sieht die Celler Gymnasien durch das neue Schulgesetz gestärkt und nicht geschwächt. „Letztlich erfüllt die Landesregierung mit der Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren eine langjährige Forderung aus den Schulen. Damit bekommen die Gymnasien die gleiche Möglichkeit wie die Gesamtschulen.“

Im Übrigen entscheide der Schulträger über die Abschaffung von Gymnasien und wir sind uns in Celle alle einig, dass wir alle Einrichtungen erhalten wollen“, sagt Schmidt. Selbst die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule würde am Bestand der Gymnasien nichts ändern. Dass die Gesamtschule im neuen Gesetz ersetzende Schulform werde, sei lediglich eine Gleichstellung mit Oberschule und Gymnasien. Schmidt wies zudem die Aussage Bühmanns zurück, dass Gesamtschulen mehr Personal bekommen würden. „Das ist falsch. Alle Schulen werden gleich behandelt und nach Bedarf ausgestattet“, so Schmidt.

Der SPD-Landtagsabgeordnete weist zudem die Kritik an der Abschaffung von Noten in den Grundschulen zurück. „Diese Änderung wird von Fachleuten seit Jahren gefordert, um Spätstarter in der Schule besser zu fördern.“

Ärger gibt es auch weiter beim Thema Inklusion. „Die Auflösung der Sonderschulen läuft teilweise gegen den Willen der Eltern“, bemängelt Bühmann. Schmidt räumt ein, dass die Inklusion eine „riesige Herausforderung ist. Wir sind dabei, die Schulen besser pädagogisch auszustatten, aber es braucht Zeit.“ Das gelte auch für die Veränderung der Lehrer-Aus- und Weiterbildung, die damit einhergehen müsse. Abgeschafft würden allerdings nur die Sonderschulen für Lernbehinderungen. Zudem habe dieses Thema mit dem aktuellen Schulgesetz nichts zu tun. „Die Abschaffung der Sonderschulen wurde noch 2012 beschlossen, als FDP und CDU die Regierung gestellt haben, so Schmidt. Der Celler Landtagsabgeordnete Thomas Adasch (CDU) habe damals ebenfalls für die Abschaffung gestimmt.

Von Tore Harmening