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Celle Stadt Celler trennen sich von ihrem Zuhause / Haesler-Wohnungen werden geräumt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler trennen sich von ihrem Zuhause / Haesler-Wohnungen werden geräumt
15:22 27.04.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Lea Kraft
Celle Stadt

„Die besten sind schon weg und bald sind wir alle hier weg“, sagt Mieter Richard Wierzschowski. Der 60-Jährige lebte fünf Jahre lang in der Haesler-Wohnung, insgesamt etwa 13 Jahre „in dieser Ecke“. „Ich bin im Blumläger Feld geboren und wollte immer wieder hierher zurück“, erklärt Wierzschowski. Am Vogelsang habe er viele Freiheiten genossen, neue Freundschaften geschlossen und fand in der Gartenarbeit seine Erfüllung. Er pflanzte Gemüse an und pflegte den Rasen.

„Es ist echt schade drum. Man baut sich hier etwas auf und wird nun einfach so raus gerissen“, sagt der Celler. Am Wochenende besuchte ihn seine Tochter und holte sich die frisch geernteten Erbsen ab. „Wenn ich eine neue Wohnung ohne Garten bekomme, dann werde ich die Erbsen eben auf dem Balkon anbauen“, so Wierzschowski. Im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarn hat er bisher aber noch kein Glück bei der Wohnungssuche gehabt.

Der Mieter Frank Lüders hat bereits ein neues Zuhause gefunden. „Ich glaube, dass die WBG Unterschiede bei der Wohnungsvergabe macht. Als erstes waren die Älteren dran, dann die Ruhigeren“, meint der 53-Jährige. Er ist mit seiner Wohnung – die zwar etwas teurer, dafür aber auch größer ist – an sich sehr zufrieden. Doch ganz leicht fällt dem Lkw-Fahrer der Abschied aus seiner Wohnung dennoch nicht. "Sie war klein, aber fein. Ich fühlte mich sofort heimisch, nachdem ich mich eingerichtet hatte."

Im Laufe der Jahre haben die Mieter viel Arbeit in ihre Wohnungen gesteckt, um sie zu ihrem Zuhause zu machen. "Von außen sieht es hier nicht so schön aus, aber ich habe mich immer wohlgefühlt", sagt Heidi Bartels. Seit 2004 wohnte die Cellerin in dem Haesler-Gebäude, verlegte Laminat, spannte Vorhänge und richtete sich wohnlich ein.

„Außerdem war die ganze Familie zusammen“, schwärmt Bartels. Ihre Eltern wohnten jahrzehntelang am Rosenhagen und „meine Geschwister und ich sind nach und nach zurückgekommen“. Die 58-jährige Bartels hat mit ihrem Mann und ihrem Sohn nun ein Haus gekauft, in das sie ziehen werde. „Wir haben dann auch wieder einen Garten. Viele unserer Nachbarn haben nicht so viel Glück. Für die tut es uns so leid“, sagt die Cellerin.

Während ein Großteil der Mieter nach einer neuen Wohnung mit Garten Ausschau hält, ist für die Witwe Angelika Lange ein ganz anderes Kriterium viel entscheidender: Die Nähe zu ihrer Tochter, die im Sankt-Georg-Garten eine Wohnung hat. "Jeden Tag kommt sie zum Essen und bringt auch ihren Hund mit. Dann spielen unsere Hunde zusammen. Am Sonntag bin ich bisher dann immer zu ihr zum Mittagessen gegangen", erzählt Lange.

Die 66-Jährige lebt schon fast zwei Jahrzehnte im Blumläger Feld und war vor etwa zehn Jahren vom zweiten Stock am Rosenhagen eine Etage tiefer gezogen. Sie wollte im Alter weniger Treppen steigen müssen. Ihre Nachbarn wurden mit der Zeit zu Freunden und es entwickelte sich eine große Vertrautheit. "Ich hab immer auf die Wohnung aufgepasst, wenn ein Mieter im Urlaub war, Blumen gegossen und gelüftet", sagt die Cellerin.

Mittlerweile sind fast alle Nachbarn um sie herum weg, Lange ist allein und weiterhin auf der Wohnungssuche. Resignation hat sich bei ihr breit gemacht. Selbst wenn sie eine neue Wohnung findet, tuen sich neue Probleme auf. "Ich muss jeden Monat mindestens 100 Euro mehr ausgeben. Sparen kann man da nicht mehr. Das ganze Geld muss man für die Miete parat haben", so Lange. Einige Möbel müssen auch noch angeschafft werden. „Ich habe mir vorgestellt, hier bis an mein Lebensende zu wohnen. Daraus wird nun nichts mehr. Das macht mich traurig."

Die CZ bringt mit dem Buch "200 Jahre Cellesche Zeitung" die Chronik ihres Hauses heraus. Ab Samstag, 28. April, ist dieses "Stück Zeit- und Kulturgeschichte", wie der Untertitel lautet, zum Preis von 29,90 Euro (für Abonnenten 24,90 Euro im CZ-Kundencenter) in den Celler Buchhandlungen Decius und Sternkopf & Hübel sowie im Bomann-Museum und in der Missionsbuchhandlung Hermannsburg erhältlich.

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