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Celle Stadt Celler vorbildlich bei Mülltrennung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler vorbildlich bei Mülltrennung
18:15 20.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Anne Friesenborg
Celle Stadt

Die Celler scheinen gute Mülltrenner zu sein. Sind Sie stolz auf Ihre Kunden, Herr Woeste?

Auf jeden Fall. Die Zahlen decken sich mit unseren Daten. Die 168 Kilogramm pro Jahr und Einwohner setzen sich zusammen aus 141 Kilogramm Hausmüll und 27 Kilogramm Sperrmüll. Damit liegen die Celler auch unterhalb des Durchschnitts in Niedersachsen, wo 155 Kilogramm Hausmüll und 32 Kilogramm Sperrmüll pro Einwohner angefallen sind.

Sind die Celler so umweltbewusst?

Umweltbewusstsein ist ein wichtiger Punkt, steht aber meiner Meinung nach immer erst an zweiter Stelle. Die beste Steuerung der Verbraucher funktioniert über das Portmonee. In der Stadt Celle haben wir bereits 1994 das mengenabhängige Gebührensystem eingeführt, nach Gründung des Abfallzweckverbands dann 2003 auch im Landkreis. Damit haben wir finanzielle Anreize geschaffen, den Müll besser zu trennen. Ein Beispiel: Natürlich kann man seinen Tetra-Pak auch in die Restmülltonne werfen, statt in den Gelben Sack. Man muss dann nur wissen, dass das vom Volumen her etwa 7,6 Cent kostet.

So hat der Abfallzweckverband auch bei der Biotonne den Weg des Mülls gesteuert.

Richtig. Wir haben beobachtet, dass die Biomüllmengen, die in den Biotonnen entsorgt wurden, seit 2004 stetig abgenommen haben und dann entsprechend gegengesteuert, indem wir die Gebührenschere zwischen Biomüll und Hausmüll verändert haben, zugunsten des Biomülls. Seitdem verzeichnen wir beim Biomüll wieder eine Zunahme. Aktuell kostet ein Liter Biomüll 5 Cent, ein Liter Hausmüll 7,6 Cent.

Was würden Sie sich denn von den fleißigen Celler Mülltrennern noch wünschen?

Wir bekommen zwar sehr viel Grünabfall auch angeliefert, aber bei der Biotonne gibt es noch Potenzial. Der größte Anteil von Verwertbarem in der Restmülltonne ist nach wie vor der Bioabfall. Und zum Beispiel haben viele Grundstücke noch keine Biotonne, die Anschlussquote liegt gerade einmal bei 40 Prozent, da ist noch Luft nach oben.