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Celle Stadt Celler will mit Drohnen Rehkitze retten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler will mit Drohnen Rehkitze retten
19:03 01.06.2017
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Simon Thomas aus Celle bietet jetzt den Einsatz einer Drohne an, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. "Wir fliegen mit dem Gerät die Wiese ab und sehen in Echtzeit, was sich dort tut", sagt der 39-Jährige. Wird ein Rehkitz gefunden, geht ein Helfer zu dem Tier und trägt es weg, damit die Wiese gemäht werden kann. Simon Thomas hat seit drei Jahren Erfahrung als Drohnen- oder Kopterfotograf. Mit anderen Kameras macht er Aufnahmen aus der Luft – zum Beispiel von der Celler Altstadt.

Was vor einigen Jahren alleine aus Kostengründen nicht möglich war, ist heute ein gangbarer Weg, um Rehkitze zu retten, sagt Thomas. Denn das gesamte System mit Drohne, Akkus, Kamera und Monitor sei schon ab etwa 4000 Euro zu haben. Problematisch sei eher die Organisation. Denn der Einsatz läuft folgendermaßen ab: Ein Landwirt kontaktiert Thomas, der mit seinem Hightech-Gerät zu dem Feld fahren muss. Idealerweise ist ein Dritter dabei, der im Zweifelsfall das Rehkitz retten kann. Das Überfliegen eines Feldes dauert etwa 15 Minuten – alles in allem ein erheblicher Aufwand, weiß auch Thomas.

Der Celler will kein Geld mit seinem Angebot verdienen. Sein Drohnen-Kamera-System hat ihm ein Hersteller vergangene Woche leihweise zur Verfügung gestellt. Hintergrund: Setzt sich die Technik auch in der Landwirtschaft durch, könnte ein Markt entstehen, was es auch für die Hersteller attraktiv macht. Dass Bewegung in die Sache kommt, zeigt auch die Tatsache, dass sich die Stadtwerke Celle bereit erklärt haben, Thomas eine eigene Kamera zu finanzieren, damit die Rehkitze dauerhaft geschützt werden können. Simon Thomas, selbst Feuerwehrmann in Bostel, hat auch schon mit Verantwortlichen gesprochen, ob der Drohnen-Einsatz für die Feuerwehr interessant sein könnte. Das ist indes noch Theorie.

Doch einfach ist die Sache nicht. Wenn die Temperatur zu hoch ist, das heißt über 25 Grad liegt, sieht man mit der Wärmebildkamera die Kitze nicht mehr zuverlässig. Dann kann man die Felder nur früh morgens oder spät abends überfliegen. "Ich will mich da jetzt reinfuchsen", sagt Thomas.

Der 39-Jährige ist wohl der erste Pilot im Kreis Celle, der Drohnen für die Kitzrettung zum Einsatz bringt. In anderen Teilen des Landes Niedersachsen wird das bereits in Anspruch genommen.

Landwirte, die sich mit Simon Thomas in Verbindung setzen wollen, können ihn unter Telefon (0174) 9953535 oder per E-Mail an info@celle-von-oben.de kontaktieren.