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Celle Stadt Celler wollen Reformationsausstellung erhalten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler wollen Reformationsausstellung erhalten
16:19 15.11.2017
Von Dagny Siebke
Nach sechs Monaten wird die Reformationsausstellung nun komplett abgebaut und eingelagert. Besonders begeistert waren die Besucher von den 3-D-Filmen und den großformatigen Bildern der Schlosskapelle.  Quelle: Alex Sorokin
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Karin Abenhausen findet: "Öffentlichkeitswirksam kann sie zum Publikumsmagneten für Touristen werden. Das durchs Jubiläum ausgelöste Interesse an der der Reformation sollte unbedingt genutzt werden." Die Cellerin rechnet vor, dass in den 80er Jahren bis zu 80.000 Besucher jährlich aus nah und fern in die Schlosskapelle strömten. Doch da sie seit Anfang der 90er Jahre nur noch hinter Glas zu besichtigen war, geriet sie ein wenig in Vergessenheit.

Die 3-D-Filme und die großformatigen Bilder erweckten die Schlosskapelle aus dem Märchenschlaf. Innerhalb eines halben Jahres schauten sich insgesamt 77.000 Besucher die vierteilige Ausstellung zum Reformationsjubiläum an. Jochen Meiners, Chef des Bomann-Museums, ist mit den Zahlen äußerst zufrieden. 20.000 Besucher sahen sich in der Gotischen Halle um und 6.500 besichtigten die Schlosskapelle von der Glasscheibe aus.

Leserin Karin Abenhausen vergleicht die Animation der Schlosskapelle mit dem Nachbau der Höhle von Lascaux in Südwestfrankreich. Diesen würden jährlich mehr als 250.000 Besucher gezählt.

Juliane Schmieglitz-Otten war am Sonntag ganz gerührt vom Zuspruch der vielen Celler. "Wir haben ein ganz großes Interesse daran, die Ausstellung zu erhalten. Schließlich haben wir auch viel Geld investiert", betont die Leiterin des Residenzmuseums. Schmieglitz-Otten ist sich sicher: "Die nächsten zwei Jahre wird die Schlosskapelle immer wieder im Lichte der Öffentlichkeit Thema sein." Denn so lange untersucht das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, ob künftig eine maßvolle Öffnung der Schlosskapelle möglich ist. Bei einzelnen Veranstaltungen werden nun Daten gesammelt, die die schädigenden Auswirkungen auf die Kunstwerke überprüfen.

Doch es muss noch ein Platz im Celler Schloss gefunden werden. Die Gotische Halle ist bis Mitte 2019 verplant. Dort stellen der Kunstverein und der Bund Bildender Künstler Celle Werke aus, da sie keine eigenen Räume haben. Im Südflügel hat die Managementakademie ihren Sitz. Hierfür ist das Land Niedersachsen zuständig, für die übrigen drei Flügel die Stadt Celle. Doch hier sind auch das Schlosstheater und das Residenzmuseum untergebracht.

"Wir reden mit einer Zunge. Wir haben gesehen, wie viel Anklang die Ausstellung gefunden hat", betont Celles Kulturdezernentin Susanne McDowell. "Wir gehen nun im Geiste durchs Schloss und suchen nach Möglichkeiten. Doch bislang stehen uns noch die anderen Nutzungen im Wege." Um den Druck herauszunehmen und sich noch etwas Bedenkzeit zu verschaffen, wurden die Ausstellungsstücke abgebaut. Sie werden zunächst komplett eingelagert.