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Celle Stadt Celler wollen gegen Artensterben ankämpfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler wollen gegen Artensterben ankämpfen
12:55 15.03.2018
Von Michael Ende
Quelle: Stefan Zutz
Celle Stadt

"Pflegeintensive Grünflächen, wie etwa Straßenränder, Verkehrsinseln, Grünflächen auf Friedhöfen oder an Schulen, sollen ganzjährig in insektenfreundliche Beete oder Wiesen umgewandelt werden", so Grünen-Ratsherr Stephan Ohl. Diese Schritte sollten in Abstimmung mit dem Celler Institut für Bienenkunde Celle erfolgen. Überhaupt solle es mehr Gartenflächen geben, so Ohl: "Das zuständige Amt der Stadt Celle soll prüfen, welche Grünflächen im Besitz der Stadt Celle für Urban Gardening geeignet sind und genutzt werden können und welche grundsätzlichen Voraussetzungen für diese Nutzung geschaffen werden müssen."

Gerade Wildbienen sind in ihrem Bestand stark gefährdet. "Daher sollte sich die Stadt Celle vorbildlich für den Schutz dieser Arten aktiv einsetzen und dieses zu ihrem Markenzeichen machen, so Ohl, der daran erinnert, dass bereits in vielen bundesdeutschen Städten schon Beschlüsse für die „Essbare Stadt“ wirksam seien und damit die Biodiversität und den Erhalt seltener Nutzpflanzen gefördert werde. "Um dies umzusetzen, sind potenzielle Flächen auszuweisen und die nötigen Voraussetzungen für eine solche Nutzung zu schaffen. Bürgerschaftliche Patenschaften und die Einbindung der Ortsräte könnten Einsparungen im städtischen Haushalt generieren."

"Der Antrag geht in die richtige Richtung und greift tatsächlich das auf, was unter Federführung des Instituts für Bienenkunde Celle in einem großen Arbeitskreis mit unterschiedlichsten Behörden und Organisation erarbeitet wurde", sagt Bieneninstituts-Leiter Werner von der Ohe: "Der Rückgang von Insekten, die Bedrohung von zahlreichen Wildbienenarten ist ein seit vielen Jahren andauernder Prozess. Dessen Ursachen sind neben Nahrung und Pflanzenschutzmitteln vor allem die Zerstörung von Habitaten." Es gebe auf jeden Fall noch genügend Raum, in dem etwas für Bienen und andere Insekten getan werden könne: "Allerdings darf es nicht nur um Nährpflanzen, sondern es muss auch um die Sicherung von Habitaten insgesamt, insbesondere ungestörte Nistmöglichkeiten gehen."

"Das haben wir sowieso auf dem Schirm", sagt Jens Hanssen, Fachbereichsleiter des städtischen Grünbetriebs, zum Antrag der Grünen: "Das wir an Insekten denken, ist für uns ein Dauerthema, für das wir keinen Antrag brauchen - aber schaden kann so etwas nicht." Die Stadt werte derzeit die Ergebnisse von Pflanz-Versuchen auf Blühstreifen etwa am Wilhelm-Heinichen-Ring aus: "Das und auch unsere bereits bestehende Kooperation mit dem Bieneninstitut zum Beispiel auf dem Waldfriedhof wollen wir noch intensivieren." In einer an privaten Gärten so reichen Stadt wie Celle sei "Urban Gardening" wie es etwa in Berlin in Mode gekommen sei, eher kein Thema, meint Hanssen: "Es gibt derzeit keine Nachfrage. Sollte es private Initiativen dazu geben, würden wir sie natürlich wohlwollend begleiten."

Meinung

Blüht Celle auf?

Das Artensterben ist alles andere als wissenschaftliche Theorie. Es findet jeden Tag ganz real statt. Das hat zum Beispiel ohne es zu registrieren jeder Autofahrer in diesem Sommer bemerkt. Denn die Zeiten, in denen man zigtausende zerplatzter Insekten von der Windschutzscheibe schrubben musste, sind längst vorbei. Angebrochen sind die Zeiten, in denen man sich freuen muss, wenn man einen lebenden Schmetterling oder eine Biene beobachten kann. So weit haben wir es gebracht. Und während Hersteller und Nutzer von Insekten-Vernichtungsmitteln noch darüber lamentieren, dass man das massenhafte Sterben und sogar Aussterben von Insekten nicht unbedingt mit ihrer Chemie in Verbindung bringen sollte, ist es Zeit, dass jemand etwas gegen den wahnwitzigen Arten-Overkill unternimmt. Oder wenigstens den Versuch startet. Deshalb ist das, was sich jetzt in Celle anbahnt, genau der richtige Weg. In anderen Städten gibt es bereits Initiativen wie etwa "Hannover summt". Schön wäre es, wenn es bald hieße "Celle blüht auf" – und wenn die Koalitionäre in Berlin sich auf eine neue, faire, gesunde und naturverträgliche Agrarpolitik einigten.

„Bis 1933 hatten die jüdischen Mitbürger einen festen Platz in unserer Stadtgesellschaft. Ich verneige mich vor ihnen.“ Mit diesem Satz erinnert die Vorsitzende der Christlich-Jüdischen Gesellschaft, Sabine Maehnert, am Donnerstag in der Synagoge an den 9. November 1938, als in Deutschland die Synagogen brannten.

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