Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler wünschen Robby ruhigen Lebensabend bei Familie
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler wünschen Robby ruhigen Lebensabend bei Familie
18:42 17.07.2017
Von Dagny Siebke
Die innige Beziehung zwischen Klaus Köhler und dem Schimpansen Robby erhitzt die Gemüter. Seit 42 Jahren zieht der Affe gemeinsam mit der Zirkusfamilie durch ganz Deutschland. Doch das Verwaltungsgericht Lüneburg bekräftigte die Entscheidung des Landkreises Celle, dass Robby in eine Auffangstation soll. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Unter dem Titel "Zirkusaffe Robby muss bei seinem Besitzer bleiben" haben bereits 864 Menschen ihre Unterschrift gesetzt. Dabei läuft die Aktion noch nicht einmal eine Woche. Und es verbleiben noch 55 Tage, um mindestens 1000 Unterzeichner zu finden. "Ich habe keine persönliche Bindung zu Robby oder zum Circus Belly, jedoch sollte ein Tier in seiner gewohnten Umgebung bleiben", erläutert Schrand und betont: "Jeder, der schon einmal ein Tier besaß, weiß, wie herzzerreißend es ist, dieses geliebte Tier zu verlieren. Robby ist wie ein Familienmitglied für Klaus Köhler und auch für den restlichen Zirkus. Man kann doch nicht zulassen, dass Robby – allen voran in diesem fortgeschrittenen Alter – jetzt von seinem Besitzer und seinem gewohnten Umfeld entrissen wird."

Dass viele CZ-Leser die Entscheidung des Gerichts nicht nachvollziehen können, teilten sie damals in zahlreichen Telefonaten und Leserbriefen mit. Auf der Internetseite www.openpetition.de haben nun bereits 90 Celler ihrem Unmut Luft gemacht und fleißig Kommentare geschrieben. Birgit Lewald aus Wietze findet: "Wenn ein Tier Jahrzehnte am Menschen gewöhnt ist, sollte man es nicht mehr aus der gewohnten Umgebung reißen. So ein altes Tier findet sich doch gar nicht mehr zurecht. Jedem anderen Tier wird hier in Deutschland Schutz zugesagt. Es ist seine Familie."

Auffällig ist auch der Kommentar von Lydia Probst aus Erfurt: "Ich bin im Zirkus aufgewachsen und weiß, wie eng eine Bindung zwischen Mensch und Tier möglich ist. Auch wenn ich nicht mehr im Zirkus lebe und auch nie darin gearbeitet habe ist mir das Wohl des Tieres wichtig und im Zirkus geht es ihm gut. Ein 50-jähriges Tier kann man nicht auswildern oder in eine bestehende Gruppe integrieren, da er zu vermenschlicht ist. Das wäre sein Tod."

Alexandra Dörnath, Tierärztin für Exoten, stellt fest: "Es geht Robby körperlich und seelisch sehr gut. Er versteht die Schimpansenetikette nicht und kann mit anderen Schimpansen nicht kommunizieren. Robby hält sich für einen Menschen. In seinem hohen Alter darf er nicht aus seiner Zirkusfamilie gerissen werden und kann auch nicht mit anderen Schimpansen vergesellschaftet werden. Diese würden ihn nämlich verletzen oder sogar töten."