Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celles Bienen-Professor
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles Bienen-Professor
18:38 09.11.2018
Von Michael Ende
Mit Hightech den Geheimnissen der Immen auf der Spur: Professor Werner von der Ohe im Labor des Celler Institutes für Bienenforschung. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Was dem Celler Institut für Bienenkunde dazu noch fehlte, wäre ein fester Lehrplan für Studenten. Ansonsten gibt es dort alles, was eine Uni ausmacht: Hier wird gelehrt und internationale Spitzenforschung betrieben.

Für von der Ohe, der seit einiger Zeit auch in Hannover in der Lehre tätig ist und dort Vorlesungen über Bienenbiologie und Verhaltensforschung hält, ist die Berufung eine Überraschung: „Dafür kann man sich nicht bewerben. Ich habe das Glück, etwas geleistet zu haben, was anerkannt wird.“ In Hannover bildet von der Ohe zum Beispiel künftige Amtstierärzte aus. In „seinem“ Institut am Rande des Französischen Gartens in Celle betreut er mit seinen Mitarbeitern regelmäßig Bachelor-, Master- und Promotionsstudenten: „Das Spektrum ist groß – alles, was mit Bienen zu tun hat, kann man hier bei uns lernen. Wir schulen Biologen, Lebensmitteltechniker und -Chemiker, Tierärzte und viele mehr.“ Workshops für Amtstierärzte und Lebensmittelkontrolleure, Seminare für Veterinärreferendare und Module zur Fortbildung zum Fachtierarzt sowie die Berufsfachschule für Imker runden das Angebot im Bieneninstitut ab.

Von der Ohes Forschungsbereiche sind Bienenprodukte, insbesondere Honig, Honigbienen im Umweltmonitoring, Bienenpathologie, insbesondere Amerikanische Faulbrut, die Auswirkung von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen sowie Bienenphysiologie und -ernährung. Seit 2007 ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung, 14 Jahre lang war er Präsident der internationalen Kommission von Honiganalytikern. In Celler erforscht er mit seinen Mitarbeitern unter anderem die Wechselwirkungen von Pflanzenschutzmitteln und anderen Stressfaktoren auf die Bienengesundheit, die Entwicklung einer Methode zum Nachweis von Mikrokunststoff, die Amerikanische Faulbrut und den größten tierischen Feind der Bienen, die Varroa-Milbe. „Wir arbeiten derzeit auch an der Entwicklung einer App und von Online-Datenbanken zum Informationsaustausch zwischen Bauern und Imkern“, sagt von der Ohe. Und das ist längst nicht alles.

Kein Wunder, dass das Know-how aus Celle regelmäßig von Experten aus ganz Europa und darüber hinaus angefragt wird. Celler Bienenexperten beraten Kollegen auf dem Balkan, in der Türkei und in Lettland: Im Gegenzug lassen sich Fachleute aus dem Kosovo, Uganda, Sri Lanka, Norwegen, Dänemark, Finnland, Benin und Argentinien in Celle schulen. „Wir sind international renommiert“, sagt von der Ohe.

Das Celler Bieneninstitut ist ein Ort der Spitzenforschung und Lehre, mit Wissenschaftlern, Studenten und jetzt auch einem Professor – was ist da noch der Unterschied zu einer Universität? „Wir haben keinen festen Lehrplan für Studenten hier vor Ort. Das ist ein wesentlicher Unterschied“, sagt von der Ohe.

Das perfekt organisierte Leben in einem Bienenvolk ist so faszinierend, dass man es als „Wunder“ bezeichnen könnte. Kann man das bis ins letzte Detail erforschen? Der Professor schüttelt den Kopf: „Wir wissen schon, was da abläuft. Aber wer oder was ist der Taktgeber? Wer entscheidet zum Beispiel, welche Bienen mit einem Schwarm fortfliegen? Es ist ein riesiges Geheimnis, das ich gerne lüften würde, aber ich weiß nicht, ob man jemals alles komplett verstehen wird. Vielleicht reicht unser Hirn nicht aus, um noch ganz andere Dimensionen zu erkennen.“

Sollen die Stadtwerke Celle wieder die Konzessionen für Strom und Gas erhalten? Noch scheut die Celler Politik darüber eine inhaltliche Diskussion.

Gunther Meinrenken 09.11.2018
Celle Stadt Weihnachtsausstellung - Darth Vader im Bomann-Museum

"Raumschiffwelten aus Lego-Bausteinen" werden ab 6. Dezember im Bomann-Museum zu sehen sein. Im Rahmen der Weihnachtsausstellung werden über tausend Modelle präsentiert.

Gunther Meinrenken 09.11.2018

So soll es sein: Innerhalb von zwei Wochen haben sich in Celle einige tausend Menschen stark gemacht für ein vorurteilsfreies, buntes Celle, das sich dem Demokratie-Gedanken verschrieben hat.

Andreas Babel 09.11.2018