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Celle Stadt Celles Erste Stadträtin Schmitt vor dem Aus: "Die Politik mag keine Verlierer"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles Erste Stadträtin Schmitt vor dem Aus: "Die Politik mag keine Verlierer"
15:50 09.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Susanne Schmitt wird sich nicht für eine zweite Amtszeit als 1. Stadträtin bewerben. Ihre politische Zukunft ist ungewiss. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Susanne Schmitt hat den Kampf um den Posten als Erste Stadträtin aufgegeben. Nach den gescheiterten Ambitionen für das Europaparlament bleibt die 52-Jährige im Machtkampf zwischen der Celler CDU und Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) als Verliererin zurück. „Bis vor einigen Wochen konnte ich mir noch gut vorstellen, in eine zweite Amtszeit zu gehen. Nach den Geschehnissen der vergangenen Wochen sehe ich allerdings für mich persönlich keinen Sinn darin, mich auf meine eigene Stelle zu bewerben, zumal Herr Mende mich offensichtlich auch dann nicht vorschlagen will, wenn ich mich im Bewerbungsverfahren durchsetze“, teilte Schmitt mit.Ursprünglich wollten Mende, Schmitt und die CDU sich noch etwas Zeit lassen, um über die Wiederbesetzung der Stelle der Ersten Stadträtin – Schmitts Wahlperiode endet am 31. Oktober – zu beraten. Doch ein Antrag der Grünen hat diese Pläne durchkreuzt. Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel hatte am Donnerstag beantragt, die Stelle der Ersten Stadträtin möglichst schnell im anonymisierten Verfahren auszuschreiben. Mende greift diese Initiative auf. Schon im Mai könnte der Rat über eine Stellenausschreibung entscheiden. Und die CDU scheint sich dem nicht mehr zu verschließen. Sie hat keine andere Wahl.„Der Oberbürgermeister hat das Vorschlagsrecht. Frau Schmitt will er nicht vorschlagen, weil er nach eigenen Angaben kein Vertrauen mehr zu ihr hat. Um Frau Schmitt wiederzuwählen, braucht man eine Dreiviertel-Mehrheit im Celler Rat. Die haben wir nicht“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers. Noch Mitte Februar hatte die CDU-Fraktion die Wahl des neuen Stadtbaurats an die Wiederwahl von Schmitt knüpfen wollen – im Neuen Rathaus kam es zum Eklat. Mende beendete ein Arbeitstreffen mit Ratsmitgliedern und verwies sie des Hauses.Jetzt hat die CDU eine Kehrtwende vollzogen. Der Ausschreibung werde man daher grundsätzlich zustimmen, die Stelle müsse neu besetzt werden, so Gevers. Ob die CDU dies bereits im Mai machen werde, stehe allerdings noch nicht fest. Man wolle die Ausschreibung „von der Landratswahl und Europawahl entkoppeln".Genau über diese Europawahl ist Schmitt letztlich gestolpert. Sie hatte sich Hoffnungen auf einen Sitz im Europaparlament gemacht, landete aber nur auf dem aussichtslosen sechsten Platz der Landesliste. Stadträtin wird sie nicht mehr werden. Und auch als CDU-Kandidatin um das Amt des Oberbürgermeisters 2017 kommt sie nicht mehr infrage. Bereits 2009 hatte sie gegen Mende verloren. Die CDU hat bereits mit zwei möglichen Kandidaten Gespräche geführt. Schmitt gehört nicht dazu. „Die Politik mag keine Verlierer“, so Gevers.Schmitt selbst macht sich Mut. Hält den sechsten Platz auf der Landesliste für die Europawahl für „eine prima Position, um jedenfalls bei der nächsten Wahl einen sicheren Listenplatz zu erhalten“. Doch dafür müsste sie politisch im Gespräch bleiben. Ein Posten für sie ist allerdings nicht in Sicht. „Wir werden das auch auf Landesebene der CDU besprechen“, meint Gevers. Aber erst nach dem 31. Oktober. „Bis dahin bin ich Erste Stadträtin“, so Schmitt.