Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celles Kreis-SPD möchte Internet in Eigenregie
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles Kreis-SPD möchte Internet in Eigenregie
19:19 27.05.2015
Die SPD im Landkreis Celle möchte ein Datennetz in Eigenregie betreiben. Quelle: Franziska Koark
Celle Stadt

In einer ersten Runde schien die Entscheidung in der Kreispolitik auf eine etwas kleinere Variante zuzulaufen, doch bei SPD und WG Landkreis sowie den Kommunen gibt es mehrere Stimmen, die sich auch das 54-Millionen-Projekt vorstellen können. Der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt hält die größere Investition für sinnvoller. „Die Variante FTTB ist auf lange Sicht gesehen wesentlich nachhaltiger und auch wirtschaftlicher, denn der Kreis würde dauerhaft Einnahmen generieren auf Basis der neuen, eigenen Infrastruktur“, sagte Schmidt bei einer Informationsveranstaltung seiner Partei. Er werbe dafür, dass der Kreistag diesen großen Wurf wage, um gerade den ländlichen Raum deutlich besser anzubinden. Er hofft auf eine parteiübergreifende Lösung.

In der Diskussion wurde Schmidt mit dieser Meinung auch vom Ahnsbecker Bürgermeister Ulrich Kaiser unterstützt, der für die WG im Kreistag sitzt. „Die Ansprüche der Nutzer steigen stetig. Dem müssen wir Rechnung tragen“, sagte Kaiser der CZ. Allerdings bedeute das nicht, dass man jetzt „mit Hurra in diese Richtung reitet“. Vielmehr müssten noch bedeutende Unklarheiten geklärt werden. So gehe es zum Beispiel um die Frage, was mit den Regionen passiert, die derzeit nicht erschlossen sind und durch den Landkreis auch nicht angefasst werden dürfen, weil die Telekom dort Ansprüche früher angemeldet hat.

Der Kreis wird Anfang Juni den hauptamtlichen Bürgermeistern der Kommunen die Ausbauvarianten vorstellen, damit diese ihr Votum abgeben können. Wolfgang Klußmann, Bürgermeister der Gemeinde Wietze und stellvertretender Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten, hält dies für den richtigen Weg. „Schließlich müssten die Städte und Gemeinden einen solchen Ausbau über die Kreisumlage auch bezahlen“, sagt Klußmann.

Für den Wietzer Bürgermeister sind die Kosten bei einer solchen Entscheidung zunächst sekundär. „Zunächst müssen wir uns die Fragen stellen, was wir wollen und was wir brauchen, um diesen Landkreis in Zukunft konkurrenzfähig zu halten“, so Klußmann. Dabei gehe es aber auch um die Frage, ob Kosten und Nutzen noch in einem sinnvollen Verhältnis stünden, wenn wirklich auch der letzte Winkel mit schnellem Internet versorgt würde.

Letztlich kann der Landkreis bei einem Ausbau auf Fördergeld vom Land hoffen. Laut dem Wirtschaftsministerium wird das Land Niedersachsen 60 Millionen Euro aus EU-Mitteln für den Breitbandausbau an Förderung und 500 Millionen Euro an Darlehen bereitstellen, hinzukommen sollen weitere Millionen aus der Versteigerung von Funkfrequenzen (Digitale Dividende II) und aus dem Investitionsprogramm des Bundes. Celles Wirtschaftsförderer Daniel Eckardt ist sich aber nicht sicher, wie viel davon der Landkreis wirklich abbekommt: „Am Ende dürfte eine Förderung wohl nicht so hoch werden.“

Von Tore Harmening