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Celle Stadt Celles Landrat Klaus Wiswe blickt auf 2017
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles Landrat Klaus Wiswe blickt auf 2017
15:08 30.12.2016
Von Simon Ziegler
Investitionen im Schulbereich werden 2017 ein zentrales Thema sein, kündigt Landrat Klaus Wiswe an.  Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Im neuen Jahr könnte die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stadt Celle wieder reibungsloser verlaufen. Zwischen Wiswe (CDU) und dem noch amtierenden Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hatte es immer wieder geknirscht. Wiswe relativiert: „Mende und ich, wir haben in vielen Bereichen wie der Sparkasse und dem Krankenhaus gut zusammengearbeitet. In manchen Bereichen hat er aber parteipolitisch agiert“, sagte Wiswe. „Unter Jörg Nigge erwarte ich, dass die parteipolitischen Ausbrüche der Vergangenheit angehören und wir manche Themen wieder vertraulicher besprechen.“ Das sei aber kein Selbstläufer. „Manchmal ist es innerhalb einer Partei noch schwieriger“, gibt der Landrat zu bedenken. So hatte unter Mendes Vorgänger Martin Biermann, bekanntlich CDU-Politiker, die Stadt den Landkreis wegen der Höhe der Kreisumlage verklagt.

Investitionen im Schulbereich werden 2017 ein zentrales Thema sein. Der Wiederaufbau der abgebrannten Sporthalle am Schulzentrum Burgstraße wird Stadt und Landkreis beschäftigen. Geplant ist die größte Sporthalle im gesamten Kreisgebiet. Es soll eine Vier-Feld-Halle entstehen, in der die Handball-Damen vom SVG Celle ihre Heimspiele austragen könnten. Weil auch eine Mensa gebaut wird, stehen Investitionen von sieben oder acht Millionen Euro im Raum. Die Gremien sollen im ersten Vierteljahr die notwendigen Beschlüsse fassen, sagt Wiswe, anschließend geht es in die Ausschreibungen. Baubeginn könnte Ende 2017 sein.

Darüber hinaus stehen Bauvorhaben an der Oberschule Winsen, in Hermannsburg und am KAV-Gymnasium an, sagte der Landrat. Außerdem müsse das Gymnasium in Lachendorf erweitert werden. „Das Gymnasium wurde zu G12-Zeiten gebaut. Jetzt in G13-Zeiten sind mehr Räume nötig. Wir werden mit dem Land über die Finanzierung der Erweiterung reden. Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“, fordert Wiswe.

Auch der Zuschnitt der Rettungsstationen im Kreis Celle wird die Kreispolitik 2017 beschäftigen. Ein Gutachten soll darüber Aufschluss geben, ob die Standorte noch richtig sind. „Wir müssen darauf achten, dass die Fahrtzeiten nicht zu lange sind“, erklärt der Landrat. In Randgebieten im Norden und Osten des Landkreises helfen bereits die Rettungsdienste aus den Nachbarkreisen aus. Ob diese Struktur aufrecht erhalten wird, ist derzeit offen.

Das Dauerthema schlechthin, die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge, bleibt eine der zentralen Herausforderungen. „Die Zahl der Flüchtlinge stellt, was die Unterbringung betrifft, kein großes Problem dar“, sagt Wiswe. Im Gegenteil, Kreis und Kommunen zahlen derzeit noch für Wohnungen, in denen keine Flüchtlinge mehr leben. Es gehe jetzt verstärkt darum, die Menschen mit Bleibe-Perspektive in die Gesellschaft zu integrieren. Problematisch sei es laut Wiswe weiterhin, die Menschen ohne Bleibe-Perspektive in ihre Heimatländer abzuschieben. Derzeit leben 265 Menschen im Kreis – ohne die Stadt Celle –, die zur Ausreise verpflichtet sind. Aus verschiedenen Gründen wie unklarer Identität oder Krankheiten könnten sie nicht abgeschoben werden. „Teilweise wird getrickst. Manche Menschen schieben psychische Krankheiten vor“, kritisiert der Landrat.

Die Finanzsituation der Kommunen hat sich zuletzt deutlich verbessert. Die Steuereinnahmen sind hoch, die Zinsen niedrig. Dennoch gibt es ein paar Sorgenkinder. So hatte sich der Kreis zuletzt geweigert, den Wathlinger Haushalt zu genehmigen. Auch Nienhagen und Hambühren lebten über ihre Verhältnisse. „Ihr Ausgabeverhalten führt auf Dauer zu schwierigen Finanzlagen“, mahnt der Landrat. Aber: „Vor fünf Jahren gab es noch ein paar mehr Sorgenkinder. Auch wir hatten keinen ausgeglichenen Haushalt. Die Situation hat sich in vielen Kommunen deutlich entspannt.“