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Celle Stadt Celles „Mr. Volksbank“ tritt ab
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles „Mr. Volksbank“ tritt ab
17:24 10.06.2016
Von Michael Ende
Celle Stadt

Schüring hat 1987 bei der Volksbank Celle angefangen: „Vorher war ich im Prüfungsdienst des Nordwestdeutschen Genossenschaftsverbandes in Hamburg und Schleswig-Holstein tätig. Begonnen habe ich in der Volksbank Celle als Kreditabteilungsleiter. Die Bank betrieb damals ein lebhaftes Kreditgeschäft. Es gab viel zu tun.“

Viel zu tun gab es auch nach dem Fall der Mauer. „Nach der Wende hat die Volksbank Celle gleich 1990 als zweitälteste Volksbank in Deutschland mit der ältesten Volksbank, der Volksbank Delitzsch, einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen. Ich war viele Male in Delitzsch bei Leipzig und habe die dortigen Kollegen bei der Beratung im Kreditgeschäft unterstützt. Das war eine spannende Zeit“, erinnert sich Schüring, der Anekdoten dazu parat hat: „Damals boten zum Beispiel Kunden aus Delitzsch für eine Investitionsfinanzierung als Sicherheit ein Mehrfamilienhaus an. Ich zeigte Interesse, doch die Kollegen aus Delitzsch hatten Bedenken und lehnten ab.“ Das Haus war zu heruntergekommen. Doch als der Kunde daraufhin seine „Datsche“ als Sicherheit angeboten hätte, hätten die Kollegen sofort „leuchtende Augen“ bekommen: „Ein Wochenendhaus als Sicherheit – das zog.“

Die Volksbank Celle hat im Jahr 1997 mit der Volksbank Burgdorf fusioniert. Kurz danach wurde Schüring zum Filialdirektor ernannt: „In dieser Funktion habe ich das Engagement der Bank für soziale und kulturelle Zwecke sowie für den Sport in Celle unterstützt.“ Die Bank habe beim Wasa-Lauf von Anfang an die Kundenhalle und Büros für die Technik und für die vielen Helfer zur Verfügung gestellt. Die Organisatoren mussten sicherstellen, dass keine unbefugten Personen in die Bank gelangen können, lächelt Schüring: „Alle Personen, die das Gebäude betreten wollten, mussten einen vorher ausgehändigten Ausweis vorzeigen. Als ich vor ein paar Jahren während des Wasa-Laufs in die Bank wollte, wurde mir der Eintritt verwehrt. Ich hatte keinen Ausweis. Erst als sich Holger Pieper als Organisationsleiter einschaltete, durfte ich die Bank betreten.“

Im Jahre 2005 erfolgte die Fusion zur Hannoverschen Volksbank. „Auch wenn die Volksbank Hannover die übernehmende Bank war, so habe ich diese Fusion nicht als Übernahme empfunden, da alle Gespräche auf Augenhöhe geführt wurden und so eine völlig neue, gemeinsame Bank entstanden ist“, sagt Schüring: „In den vergangenen Jahren hat die Volksbank Celle dreimal beim Focus Money City Contest den Titel „Beste Bank in Celle“ errungen. An diesem Sieg waren viele Mitarbeiter aus dem Privatkundengeschäft beteiligt. Verrückte Geschichten aus seinem Bankerleben könnte Schüring viele erzählen – er tut es aber nicht. „Bankgeheimnis“, sagt er schulterzuckend.

Der Rentenbeginn kommt für Schüring nicht überraschend: „Ich bin vorbereitet und habe noch viele Pläne und Ziele, die ich angehen und umsetzen möchte. Ich möchte Veränderungen an Haus und Garten vornehmen, mehr für meine körperliche Fitness tun und noch bestimmte Reiseziele erkunden. Ich möchte aber auch mal einfach nur die Seele baumeln lassen, in Ruhe ein Buch lesen oder mit meinem zweijährigen Enkel in den Zoo gehen.“