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Celle Stadt Celles Ostumgehungs-Fuchs baut schon
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles Ostumgehungs-Fuchs baut schon
15:59 04.04.2018
Von Michael Ende
Füchse sind als Kulturfolger, denen die Nähe zu Menschen nichts ausmacht, bekannt. An und unter der Celler Ostumgehung betätigt sich ein Fuchs sogar als Bau-Avantgarde: Er buddelt bereits dort, wo Menschen gerne bauen würden. Quelle: Patrick Pleul
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Einer, den niemand so richtig auf dem Zettel hatte, hat schon losgebaut – ganz ohne um Erlaubnis zu fragen: Ein Fuchs hat sich ausgerechnet den Stumpf der Ostumgehung, die an der B214 endet, ausgesucht, um direkt in der aufgeschütteten Rampe seinen Bau zu buddeln. Da auf der Sackgasse über seinem Kopf keine Autos fahren, hat es der rote Beutegreifer hier hübsch ruhig – und wenn er mit dem Verkehr auf dem B3-Zubringer zurechtkommt, auch sicher. Die Ostumgehung als gemütliche Wohnlage – so haben es sich die Planer sicher nicht vorgestellt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte die jüngste Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes zur Ortsumgehung Celle bedauert: „Damit wird erneut Zeit verloren.“ Das sogenannte Fehlerbehebungsverfahren, also ein Verfahren zur Änderung des Planfeststellungsbeschlusses zur Umsetzung der Vorgaben des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) Lüneburg hinsichtlich des Fledermausschutzes solle noch im April beantragt werden, so Althusmann: „Ein Planfeststellungsbeschluss hierzu werden wir zügig anstreben – er ist jedoch abhängig vom Fortgang des Verfahrens.“

Dass „das Verfahren“ mit weiteren juristischen Verfahren weitergehen wird, davon ist Straßenbau-Gegner Otto Boecking, der für den BUND-Landesverband das Gerichtsverfahren betreut, überzeugt. Fakt sei, dass die Niedersächsische Verkehrsbehörde jetzt einen Änderungsplanfeststellungsbeschluss vorlegen müsse, der vom OVG nicht mehr als „rechtswidrig und nicht vollziehbar“ abgeurteilt werden würde, so Boecking: "Gegen diesen Beschluss können Einwendungen erhoben werden, mit denen sich dann die Planfeststellungsbehörde auseinandersetzen muss. Wenn dann der Änderungsplanfeststellungsbeschluss ergeht, ist dieser wieder beklagbar." Das würde dann der Fall sein, wenn die Gründe für das OVG-Urteil gegen die Planung nicht ausgeräumt und der geforderte Fledermausschutz nicht ausreichend rechtssicher abgearbeitet würde. Boecking: "Dieses Prozedere braucht seine Zeit – damit sind die Vorstellungen der Politiker, es würde nur einige Monate Verzögerung geben oder in 2019 könne gebaut werden, allenfalls Wunschdenken."

Wann mit dem Bau des Mittelabschnitts konkret begonnen werde, hänge jetzt vom Verlauf des ergänzenden Planfeststellungsverfahrens und möglicher Klagen ab, die es "grundsätzlich geben" könnte, sagt auf CZ-Nachfrage Eike Frenzel, Pressesprecher des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr: "Da mit dem ergänzenden Verfahren unter anderem in artenschutzrechtlichen Bereichen inhaltlich den Einwänden der Kläger entsprochen wird, erscheint das Risiko weiterer gerichtlicher Auseinandersetzungen gering. Vor diesem Hintergrund könnte bei einem unkomplizierten Verlauf des weiteren Verfahrens ein Baubeginn in 2019 möglich sein.“

Und dann wäre da noch die Sache mit dem Fuchs: Der "bewohnt" jetzt ja bereits den Nukleus des Ostumgehungs-Mittelteils. Darf man Reinecke eine Schnellstraße quasi mitten durchs Wohnzimmer bauen? Wird der Fuchs mit seiner tierischen "Tunnellösung" für die Straßenbauer zur neuen Fledermaus? Auch das wird im weiteren Verfahren zu klären sein – vielleicht sogar "unkompliziert".

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