Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celles ehemaliger Oberbürgermeister Biermann schwärmt für Polen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles ehemaliger Oberbürgermeister Biermann schwärmt für Polen
17:58 21.06.2016
Von Gunther Meinrenken
Martin BiermannsBeziehungen nachPolen reichen bisin die 90er Jahrezurück. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Biermanns Beziehungen nach Polen reichen bis in die 90er Jahre zurück. 1991 wurde er als Oberstadtdirektor nach Kwidzyn eingeladen. Zwei Jahre später besiegelten Celle und das ehemalige Marienwerder eine Städtepartnerschaft. „Ich habe damals den Bürgermeister von Kwidzyn gefragt, warum seine Wahl ausgerechnet auf Celle gefallen ist, schließlich gibt es hier ja viele Vertriebene, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs hierher geflohen sind. Er hat geantwortet, weil sie wüssten, dass bei uns die Geschichte der Stadt Kwidzyn gepflegt werde.“

Seit dieser Zeit ist Biermann jährlich in Polen gewesen, unterhält bis heute herzliche Beziehungen ins Nachbarland. „Doch erst nach meinem Ausscheiden aus dem Dienst habe ich auch die Zeit, mich eingehender mit Polen zu beschäftigen. Das macht mir unglaublich viel Spaß, das ist für mich sehr faszinierend“, so Biermann, der es „als Aufgabe unseres Lebens“ sieht, „Brücken in Europa zu bauen“. So versteht Biermann auch seine Vorträge, die er zum Beispiel bei Reisen nach Polen vor den Reisegästen hält. „Ich möchte immer auch die europäischen Dimensionen aufzeigen. Ich bin ein vehementer Gegner von Nationalstaaten“, erklärt Biermann.

Celles ehemaliger Oberbürgermeister kämpft dabei auch gegen Vorurteile. „Viele Deutsche denken bei Polen an Spargelstecher, Putzfrauen und Pflegekräfte. Dabei ist es ein Land von Dichtern und Denkern. Doch die Wissenschaft und Kultur ist nur wenig bekannt.“ Wer wisse schon, dass Marie Curie, die einzige Frau, die zwei Nobelpreise erhalten hat, einen in Physik und einen in Chemie, eine Polin gewesen sei? Auch die Grundlagen der Demokratie seien entscheidend in Polen gelegt worden. „Ich möchte auch andere Menschen mit dieser Begeisterung anstecken“, sagt Biermann, und wer ihm zuhört, wie er über Polen schwärmt, kann sich dieser Begeisterung nur schwer entziehen.