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Celle Stadt Celles künftiger Oberbürgermeister muss Kräfte bündeln
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles künftiger Oberbürgermeister muss Kräfte bündeln
18:25 26.09.2016
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Nigge freute sich riesig: "Es wird mein größtes Bestreben sein, Oberbürgermeister für alle Celler zu sein. Dank und Anerkennung auch für meinen politischen Kontrahenten, der mir persönlich stets respektvoll begegnet ist. Es ist am Ergebnis deutlich zu erkennen, dass er sich durch seine Arbeit viel Zustimmung erworben hat, und dafür gilt es Dank auszusprechen."

Es gehe ihm jetzt darum, verschiedenste Kräfte zu bündeln, so Nigge: "Meine Hoffnung ist, dass wir die möglicherweise während des langen Wahlkampfes aufgerissenen, möglicherweise schon sehr viel länger bestehenden politischen Gräben rasch überwinden und ideologiefrei zum Wohle Celles arbeiten können – meine Befürchtung ist, dass dies dem einen oder anderen schwer fallen wird, ich bin aber dennoch zuversichtlich, dass wir es alle gemeinsam schaffen werden."

Mende gratulierte Nigge: "Wir akzeptieren diese demokratische Entscheidung.Ich werde im Oktober gut 14 Tage Urlaub machen, danach stehe ich dann aber wieder mit aller Tatkraft bis zum Ende meiner Amtszeit im Februar im Dienst der Menschen unserer Stadt."

"Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir sind zuallererst Demokraten, deshalb gratulieren wir Herrn Nigge auch", so Celles SPD-Parteichef Christoph Engelen: "Allerdings: Herr Nigge hat am Sonntag weniger Stimmen erhalten als Dirk-Ulrich Mende im ersten Wahlgang und er ist damit dennoch gewählt worden." Die SPD resigniere nun nicht etwa – ganz im Gegenteil, so Engelen: "Wir werden hart arbeiten. Wir nehmen unsere Rolle als kritisch-konstruktive Opposition an. Herr Nigge und seine CDU-Fraktion sind jetzt in der Verantwortung, sie müssen liefern. Jetzt zählen nicht mehr die Sprüche auf Plakaten, sondern konkrete Ergebnisse. Herr Nigge muss im Realitäts-Check überzeugen, nur dann wird er Unterstützung bekommen."

Positiv für die Grünen sei, dass "dieser schmutzige Wahlkampf und die Zeit der Vereinfachungen" vorbei seien, so Celles Grünen-Spitze Bernd Zobel: "Der anstehende Oberbürgermeisterwechsel ist natürlich eine Zäsur, aber auch Herr Nigge muss mit einem bunteren Rat, einer angegriffenen Verwaltung und einer gespaltenen Stadtgesellschaft arbeiten. Wir sind gespannt, welchen Weg seine zahlreichen Wahlversprechen finden werden." Es sei zu hoffen, dass der neue OB die richtigen Worte und Schritte finde: "Die Grünen stehen für eine ökologische und soziale Politik und eine offene, den Rechtspopulismus ablehnende Gesellschaft. Hieran werden die Grünen den neuen OB messen"

Die FDP wünsche Nigge, dass es ihm gelinge, "ein Oberbürgermeister zu werden, der über die Parteigrenzen hinweg die Menschen verbinden und die im Wahlkampf offenbarten Klüfte schließen oder zumindest überbrücken kanne", so Celles FDP-Vorsitzende Jutta Krumbach: "Für Celle beginnt nun eine neue Zeit."

Der FDP-Ratfraktionsvorsitzende Joachim Falkenhagen ergänzte: "Unsere zentralen Ziele sind eine Verbesserung der Bildung im Primärbereich, die Entwicklung unserer Innenstadt und eine intensivere und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Unternehmen, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Zugleich muss in der Stadt ein respektvoller Umgang unter und mit allen Bewohnern erhalten bleiben. Dies ist für den inneren Frieden und für das Ansehen der Stadt von großer Bedeutung."

Einen solch intensiven Wahlkampf habe es in Celle noch nicht gegeben, so Torsten Schoeps, Vorsitzender der WG, deren OB-Kandidaten Alexandra Martin im ersten Wahlgang auf der Strecke geblieben war. Schoeps hofft nun darauf, dass Nigge die Dinge umsetze, die er versprochen habe: "Zum Beispiel hohe Synergieeffekte durch intensive Zusammenarbeit mit dem Landkreis und boomende Gewerbeansiedlungen und Arbeitsplätze durch Herrn Nigges Ideen und Kontakte."

Er sei "glücklich" über die Wahl Nigges, so der Unabhängigen-Vorsitzende Udo Hörstmann: "Er hat eine Haufen Arbeit vor sich, für den auch die CDU mit verantwortlich ist. Wir bieten ihm auf jeden Fall unsere Kooperation an." Den Kopf schüttelt er dagegen darüber, dass Mende noch bis zum Februar in Amt und Würden ist: „Es stellt sich doch zum Beispiel die Frage, ob es Sinn macht, dass Herr Mende jetzt einen Haushalt auf den Weg bringt, mit dem Herr Nigge arbeiten muss", so Hörstmann. "Klar: Es geht für Herrn Mende um Rentenansprüche, aber vielleicht findet sich noch ein Modus Operandi, mit dem man vernünftig arbeiten kann."