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Celle Stadt Celles neuer Oberbürgermeister will mehr Sacharbeit und weniger Polemik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles neuer Oberbürgermeister will mehr Sacharbeit und weniger Polemik
07:37 03.03.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Er freue sich, dass es nun „endlich losgeht“, sagte Nigge in seiner Antrittsrede. Er habe die fünf Monate seit der Wahl auch dazu genutzt, mit den Fraktionen im Rat ins Gespräch zu kommen: „Mein Ziel war dabei nicht nur das gegenseitige Kennenlernen, sondern vor allem Vertrauensbildung.“ Man habe sachliche und produktive Gespräche geführt, in denen man die jeweiligen Schwerpunkte der Arbeit in den nächsten Jahren ausgetauscht habe.

„Mein Credo war, stets das Sachziel in den Vordergrund zu stellen, nicht aber Parteien und Personen. Daran halte ich auch weiterhin fest“, unterstrich Nigge. Man könne und werde nicht immer einer Meinung sein - das sei demokratischen Prozessen zu eigen: „Wir können froh sein, dass wir in einem Land leben, in welchem wir eine derartige Streitkultur ausleben dürfen. Aber: Auch einer Streitkultur sind Grenzen gesetzt. Nämlich da, wo Sachargumente gegenüber Polemik, Unwahrheiten und persönlichen Verletzungen zurückstehen müssen.“ Inhaltliche Diskrepanzen seien keine Einladung zu persönlichen Angriffen mit dem Ziel, Personen in der Öffentlichkeit zu diskreditieren.

Nigge ließ durchblicken, dass ihm das vergangene Jahr noch in den Knochen stecke: „Ich war teilweise erschrocken auf welchem Niveau sich Diskussionen in der Öffentlichkeit abspielen. Da nehme ich auch meine Partei nicht aus. Ich war getroffen, wie Vermutungen und Spekulationen gezielt an Medien gespielt werden, um daraus Skandale ableiten zu wollen, die nur darauf abzielen, Menschen zu beschädigen.“

An die Medien appellierte Nigge, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden sollten: „Die Medien erleben in diesen Tagen ziemlich viel Schelte von politischen Akteuren, und das nicht nur in Washington. Wir sollten uns aber freuen über eine freie, aktive Medienlandschaft, denn sie ist wichtig für jede funktionierende Demokratie.“ Nigge bat alle Ratsmitglieder, die politische Streitkultur zu überdenken und sich an den Sachthemen abzuarbeiten: „Die Bürger haben jedem Einzelnen von uns das Vertrauen ausgesprochen und beauftragt die Stadt weiterzubringen, nicht aber die eigene mediale Präsenz durch Polemik und gezielte Halbwahrheiten zu erhöhen. Unser Verhalten wird auch der Prüfstein in der Öffentlichkeit dafür sein, ob es uns ernst ist mit einem Einsatz für die Stadt oder ob es uns um persönliche Darstellung unter Einsatz aller verfügbaren Mittel geht.“

Politiker sollten zumindest im Stadtrat auf Basis von Fakten, nicht auf Basis von politischen Zwängen entscheiden, so Nigge: „Jeder Einzelne von Ihnen ist mir jederzeit für Gespräche, Erläuterungen und Fragen willkommen. Ich biete Ihnen eine stets offene, ehrliche, transparente und sachliche Zusammenarbeit an und freue mich auf viele Diskussionen und Ideen für unsere Stadt.“