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Celle Stadt Celles zukünftiger OB will Baugebiete für junge Familien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celles zukünftiger OB will Baugebiete für junge Familien
18:19 13.01.2017
Von Michael Ende
Hier steht eine Bildunterschrift Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Nigge sagt, dass dringend neue Baugebiete her müssten: "Die Entwicklung der Stadt hängt im Wesentlichen davon ab, dass wir Familien und Unternehmen gute Rahmenbedingungen bieten können. Das große Interesse am Neubaugebiet Kieferngrund hat gezeigt, dass der derzeitige Bedarf das Angebot übersteigt. Es wird daher eine vorrangige Aufgabe sein, noch in diesem Jahr Baugebiete auszuweisen."

Auch der Bau von Wohnungen müsse verstärkt werden, so der zukünftige OB: "Hier stelle ich mir eine größere Aktivität der WBG vor. Unser Ziel muss es sein, genügend adäquaten Wohnraum zu schaffen, um vor allem auch Unternehmen und ihren Mitarbeitern, Einpendlern, aber auch hiesigen Bürgern entsprechende Möglichkeiten zu bieten. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ziehen die Menschen auch wieder in unsere Stadt und beleben diese nachhaltig."

Nach seinem Amtsantritt Ende Februar möchte sich Nigge gemeinsam mit den Verwaltungsmitarbeitern ein detailliertes Bild von den einzelnen Dezernaten machen: "Grundsätzlich sehe ich nach wie vor große Potenziale in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und Familien – drei Bereiche, die für die Entwicklung unserer Stadt von essentieller Bedeutung sind. Gemeinsam werden wir eine klare Stärken-Schwächen-Analyse durchführen, die Resultate besprechen und notwendige Maßnahmen erarbeiten und in Abstimmung mit dem Rat einleiten."

Nigge betont, dass er grundsätzlich auf "pragmatische, klare und transparente Lösungswege fokussiert" sei: "Die Sache steht im Vordergrund. Entscheidungsfreude bringe ich mit." So werde er sich zum Beispiel darum kümmern, dass der Verkehr am Neumarkt flotter fließen könne: "Am Neumarkt-Kreisel muss natürlich etwas passieren. Selbst bei niedrigem Verkehrsaufkommen gibt es oftmals Verkehrsbehinderungen. Ob der Wegfall von Zebrastreifen oder aber die Beibehaltung der zweiten Fahrspur als Abbiegespur das Problem lösen, kann ich nicht beurteilen."

Die Haushaltskonsolidierung stehe ganz oben auf seiner Agenda, so Nigge: "Nach wie vor hat die Stadt Celle einen dramatischen Schuldenstand. Nur durch einmalige Einnahmen, mit denen zuvor keiner gerechnet hat, ist für 2017 ein ausgeglichener Haushalt avisiert worden. Da sich die finanzielle Lage strukturell aber nicht geändert hat und wir grundsätzlich mehr ausgeben, als wir einnehmen, ist das hochgepriesene Ergebnis Augenwischerei. Uns steht nach jetziger Planung für 2018 und die Folgejahre bereits wieder ein Minus bevor." Oberste Priorität müsse sein, den Etat in Ordnung zu bringen, um sich Freiräume zu schaffen: "Wir müssen ein Investitionscontrolling aufbauen. Nur notwendige Investitionen dürfen getätigt werden. Projekte, die nicht zwingend nötig sind, müssen zunächst zurückstehen, selbst wenn es Zuschüsse dazu gibt."

Nigge kann sich auch vorstellen, dass das Netz der Celler Tempo-30-Zonen wieder ausgedünnt wird: "Gerade an den großen Straßen haben sich mir Sinn und Zweck der Zonen nicht erschlossen. Interessanterweise haben sich bereits einige Anwohner beschwert, dass die Lärmbelastung durch die Tempoänderungen sogar größer geworden sei. Hier besteht Handlungsbedarf."

Das Entwicklungskonzept für die Hohe Wende müsse neben den sozialen auch den finanziellen Erfordernissen Rechnung tragen, so Nigge: "Wunschprojekte müssen da hinten anstehen. Dennoch kann ich gerade den Mitarbeitern des Bauhofs zusichern, dass wir die unhaltbaren Zustände am jetzigen Standort schnellstmöglich ändern werden. Spätestens im Sommer werden wir einen definitiven Fahrplan präsentieren, der verlässlich umgesetzt werden wird."

Im Bereich der Flüchtlinge stehe die Integration an erster Stelle: "Wir brauchen eine funktionierende zentrale Anlaufstelle für diejenigen Organisationen und Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren und der Stadt damit eine unersetzbare Hilfe sind. Nach wie vor fehlen Kindergarten- und Schulplätze für Flüchtlingskinder. Wo, wenn nicht dort, wollen wir die Kinder schnellstmöglich in unsere Gesellschaft integrieren?"

Nigge halte wenig davon, beispielsweise "durch besondere Bildungseinrichtungen an der Hohen Wende zusätzliche Migranten aus ganz Deutschland nach Celle zu holen. Der Fokus sollte zunächst darauf liegen, Mittel und Kapazitäten bereitzustellen für eine bestmögliche Integration der Flüchtlinge, die bereits in unserer Stadt sind."

Auf Späße wie in alten Zeiten können sich Celles Abiturienten in diesem Sommer freuen. Der neue OB, der auch mal einer von ihnen war, will ihnen wie versprochen den traditionellen Abi-Umzug wieder möglich machen: "Ich habe stets gesagt, dass ich nicht nachvollziehen kann, warum ein Halt des Abi-Umzugs auf dem Großen Plan nicht mehr möglich sein soll. Daher werde ich nochmals mit allen Beteiligten sprechen. Mein Ziel ist es nach wie vor, die Abiturienten 2017 persönlich am Großen Plan zu begrüßen." Michael Ende