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Celle Stadt Center: SPD glaubt Experten nicht / Haack legt teure Stolperfallen aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Center: SPD glaubt Experten nicht / Haack legt teure Stolperfallen aus
15:36 06.08.2010
Von Michael Ende
Bauauschuss mit Ortsrat Blumlage: B-Plan für Altstadtgalerie Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE-ALTSTADT. Die Grünen wollten die geplante Gedo-Altstadt-Galerie nicht, weil aus ihrer Sicht ein Center der „falsche Weg“ für Celle sei – unumwunden machte Georgia Langhans während der Sitzung des Celler Bauausschusses ihre Position deutlich. Was hingegen aus den Reihen der SPD kam, veranlasste Michael Bischoff (CDU) zu der Bemerkung, dass einige nur „krampfhaft ein Haar in der Suppe“ suchten, um durch Detaildiskussionen das zu verhindern, was sie noch 2009 in einer Grundsatzerklärung des Rates selbst mit auf den Weg gebracht hatten. Vor drei Dutzend Zuschauern – der Großteil von Ihnen Center-Gegner – meinte Stadtbaurat Matthias Hardinghaus, er verstehe die „jetzt ausgebrochene Hektik nicht“.

Doch die Wogen bei der SPD vermochten auch erfahrene Gutachter nicht zu glätten. Verkehrsexperte Jörn Janssen von der Firma SHP betonte, dass die Verkehrsauswirkungen des Centers in Celle „kaum spürbar“ sein würden und führte als Beispiel die ECE-Ernst-August-Galerie in Hannover mit ihren 2000 Autostellplätzen an: „Da hatte man auch ein Verkehrs­chaos befürchtet – heute merkt man rings herum keinen Unterschied zu früher.“

Janssen führte Computersimulationen vor, in denen Autos zügig von und zur Celler Galerie unterwegs waren – und selbstverständlich auch an Ampelkreuzungen warten mussten. Das sei normal, betonte Janssen: „Die Bezeichnung Dauer­stau ist hierfür völlig unangebracht.“

Jenen, die die Befürchtung geäußert hatten, mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts der Ostumgehung würde durch neue Autoströme ein „Chaos“ in der Blumlage eintreten, wies Janssen darauf hin, dass diese zwei- bis dreijährige Phase im Umgehungsbau nicht ausschlaggebend sein dürfe: „Wollen Sie sich von einem Zwischenstand Ihre Stadtentwicklung diktieren lassen?“ Viel richtiger sei es, die 28000 Autos, die das Stadtgebiet durch die Umgehung täglich weniger belasten sollen, gegen die 3500 Autos zu aufrechnen, die das Center anziehen werde.

Die SPD überzeugte der Experte nicht – wohl aber CDU und FDP, mit deren Stimmen die Weiterführung der Center-Bebauungsplanung beschlossen wurde. Bischoff: „Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass die CDU Gedo jetzt durchgewunken hätte. Es gibt noch eine Fülle von Fragen zu klären. Erst wenn die alle befriedigend gelöst sind, können wir endgültig entscheiden, ob wir das Projekt wollen oder nicht.“

Haack-Anträge: Gedo soll Millionen an Mehrkosten für neue Feuerwehr-Hauptwache zahlen

Als interessierter Zuhörer saß CDU-Ratsherr Wulf Haack während der Bauausschuss-Sitzung im Publikum. Seine nächsten politischen Schritte in Sachen Gedo-Center hat er bereits vorbereitet. Nicht im Namen seiner Fraktion, sondern als Einzelratsmitglied fordert Haack, dass der Center-Investor für Mehrkosten aufkommen soll, die sich dadurch ergeben, dass die derzeitige Feuerwehr-Hauptwache dem Center-Parkhaus weichen und auf dem Saarfeld neu gebaut werden soll. Nach Haacks Vorstellungen dürfte so ein stattlicher Betrag auf die Center-Firma Gedo zukommen.

So soll der Investor für die Differenz aufkommen, die sich aus einer Sanierung und dem Neubau der Hauptwache ergebe: Unterm Strich kommen dabei neun Millionen Euro zusammen. Außerdem soll der Investor auch für Betriebs- und Folgekosten der neuen Wache gerade stehen. Nach Haacks Vorstellungen unter anderem für den Bau einer „leistungsfähigen Feuerwehr-Notausfahrt“ und der Einrichtung einer „grünen Welle“ für Einsatzfahrzeuge.

In einem weiteren Antrag fordert Haack, dass der städtebauliche Vertrag mit dem Investor vor einer Ratsentscheidung über das Projekt fertig ausgehandelt sein müsse. Die Verwaltung hatte die Fertigstellung dieses Vertrages, in dem nach Haacks Vorstellungen unter anderem Center-Ankermieter und die Gliederung des Objekts exakt geregelt werden sollen, nicht genau terminiert. Haack besteht darauf, dass dies vor einer Entscheidung über den B-Plan geschehen solle – ansonsten sei ein „böses Erwachen vorprogrammiert.“

„Diese Anträge von Herrn Haack spiegeln nicht die Meinung der Fraktion wider“, stellt CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers klar: „Herr Haack hat sie uns präsentiert. Wir haben sie abgelehnt. Sie machen keinen Sinn. Wir werden auch so zu guten Lösungen kommen.“