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Celle Stadt Charity-Auktion in Celle: Feines und Edles unter dem Hammer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Charity-Auktion in Celle: Feines und Edles unter dem Hammer
16:39 06.07.2014
Von Oliver Gatz
Bei der Charity-Auktion präsentieren Models ausgewählte Designer-Kleider. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

"40 Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten." Auktionator Christian Neumann schlägt mit dem Hammer aufs Pult und beendet das Gebot für eine Sonnenbrille im Porsche-Design. Sie gehört zum privaten Nachlass von Margarete Lindemeier-Kremer, der rund 800 Stücke umfasst und am Samstag im Auktionshaus an der Bahnhofstraße versteigert wurde.

Die Verstorbene lebte zuletzt in Hambühren. Sie wollte, dass ihr Vermögen einem karitativen Zweck zugute kommt – einer eigenen Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Schaumburg. Der Auktionskatalog umfasste viele exklusive Stücke, darunter Kunsthandwerk aus dem 19. und 20. Jahrhundert, Schmuck, Silber, Möbel, Orientteppiche, Gemälde sowie hochwertiges Glas und Porzellan. Außerdem konnten teure Pelze und Designer-Garderobe von Versace, Lagerfeld, Joop oder Lacroix sowie Koffer, Taschen, Tücher, Schals, Gürtel und Brillen ersteigert werden. Da es sich um eine Versteigerung für einen wohltätigen Zweck handelte, verzichtete das Auktionshaus auf einen Teil der Provision.

Neumann freute sich über ein volles Haus. Rund 50 Bieter kamen zur Versteigerung, darunter eine 74-Jährige aus dem Landkreis Celle. Sie wollte aus gutem Grund nicht ihren Namen in der Zeitung lesen. Denn vor vier Jahren drangen Einbrecher in ihr Haus ein.

"Schmuck, Geld, Silber, Pelze – alles war weg", berichtete die Rentnerin. "Ich bin so ängstlich geworden." Nun hoffe sie, etwas ersteigern zu können, was sie sich mit ihrem schmalen Budget leisten könne. "Wenn ich an ein schönes Stück einigermaßen günstig herankäme, würde ich mir etwas gönnen", verriet die Frau. Dabei hatte sie – wie viele andere auch – in erster Linie Schmuck im Visier. Aber auch für Porzellan interessierte sie sich. "Ich denke da an meine Kinder. Vielleicht kann ich denen etwas schenken."

Die Designer-Garderobe mit Kleidergröße 36 komme für sie und wohl auch für die meisten Bieter nicht in Frage, meinte eine 73-Jährige aus Celle. "Und neue Möbel werde ich mir in meinem Alter nicht mehr zulegen." Fürs Bieten habe sie eine bestimmte Summe zurückgelegt. "Darüber hinaus würde ich nicht gehen", betonte die Cellerin.

Für eine 67-Jährige aus dem Kreis Lehrte war der Besuch einer Charity-Versteigerung ein Novum. "Ich finde, es sind ziemlich günstige Preise", meinte die Bieterin, die häufiger Auktionen besucht und in Celle auf das eine oder andere Schnäppchen hoffte. "Im Internet habe ich netten Schmuck gesehen – Ringe und Ohrringe – und eine Murano-Glasschale, die mir sehr gefallen hat", sagte die Lehrterin. Sitzt das Geld bei einem wohltätigen Zweck etwas lockerer? "Wenn man etwas unbedingt haben will, kann es schon sein, dass man vielleicht etwas mehr gibt, wenn es eine Charity-Veranstaltung ist."