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Celle Stadt Charmanter Unterhalter hadert in Celle mit Zirkuszelt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Charmanter Unterhalter hadert in Celle mit Zirkuszelt
19:01 04.09.2017
Der Schweizer Alain Frei sorgt für Lacher. Quelle: Oliver Knoblich
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Überhaupt hatte der Comedian seine liebe Not, beim roten Faden zu bleiben – und das, obwohl es laut eigener Aussage in Celle die letzte Show mit dem alten Programm sein sollte. Stattdessen ließ sich der bald 34-Jährige vom Veranstaltungsort, den unterschiedlichsten Geräuschkulissen – und einem Publikum, das sich als nicht so lenkbar erwies wie erhofft – viel zu oft ablenken und irritieren. Dass Alain Frei trotzdem ein charmanter und witziger Unterhalter ist, hat ihn gerettet. Die Zuschauer lachten gleich viel mit ihm und über ihn, und die unfreiwillige Situationskomik mit einem Schuss Schadenfreude, die sich immer wieder einstellte, machte aus dem Ganzen doch noch einen netten Abend.

Amüsant waren die Geschichten und Episoden, die der Comedy-Mann über seine Jugend, Herkunft und die ersten Karriere-Schritte zum Besten gab. Da boten sich die Deutschland-Schweiz-Unterschiede an. Außerdem ein Beispiel: "Frauen – wenn sie schon mal ein Foto mit mir machen wollen – möchten vor allem selbst gut aussehen. Da wurden schon Fanbilder gepostet, auf denen von mir nur ein Ohr zu sehen ist". Das mit den „typischen“ Unterschieden zwischen Frau und Mann klappt immer, man hat stets eine Seite, die lacht.

Nach der Pause – Alain Frei noch immer im schwarzen T-Shirt – kam offenbar die Rückbesinnung auf die ursprüngliche Themenliste. Vom Programmtitel "Alle Menschen sind anders ... gleich", über Multikulti, Terrorismus, Trump, ungeliebte Vegetarierwitze und gleichgeschlechtliche Ehe, wurde alles im Überflug angerissen, was ein politisch korrekter Entertainer vermeintlich heutzutage erwähnen sollte – auch das nicht ungestört und unabgelenkt.

Von Doris Hennies