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Celle Stadt Chor begeistert Celler Publikum mit Weihnachtskonzert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Chor begeistert Celler Publikum mit Weihnachtskonzert
21:50 10.12.2017
Begeistert durch eine differenzierte dynamische Bandbreite: der Junge Chor beim Weihnachtskonzert in der Pauluskirche. Quelle: Oliver Knoblich
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Das sachkundige Publikum brach dankenswerterweise nicht nach jedem einzelnen Titel in Beifall aus. Das hätte die weihnachtliche Stimmung unterbrochen. Man wartete damit bis zum Ende des Konzerts, um dann seiner Begeisterung mit lautstarkem langem und leidenschaftlichen Beifall freien Lauf zu lassen.

Es kann keinen Zweifel geben – die Damen und Herren des an der Pauluskirche beheimateten Jungen Chores sind in Tongebung, Rhythmus und Aussprache intensiv geschult, haben eine erstaunlich differenzierte dynamische Bandbreite, wirken im gemeinsamen Gesang präzise und auch in diffiziler Mehrstimmigkeit in der Intonation zuverlässig. Dabei hatte es Egon Ziesmann seinem Chor mit einer klugen Auswahl von durchweg modernen Weihnachtsliedern zumeist noch lebender Komponisten nicht gerade leicht gemacht. Er hatte ein von den herkömmlichen Weihnachtskonzerten abweichendes Programm zusammengestellt, das von Kompositionen aus dem englischen und deutschen Sprachraum bestimmt war, ergänzt durch einige Werke in lateinischer Sprache.

Achtstimmige Chorklänge in clusterartigen Gebilden wechselten sich mit schlichten Melodien in rhythmischen Finessen und häufigen Taktwechseln ab. Vom bekannten Lied „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ über „Lux aurumque“ bis zu „Christmas Carol“ reichte die Palette der weihnachtlichen Gesänge. Viele neue Facetten weihnachtlicher Chorliteratur kamen dabei zum Vorschein. Wunderbare Klangkompositionen des Amerikaners Eric Whitacre, des Litauers Vytautas Miškinis sowie die ausdruckstarken Melodien und Harmonien der Engländer Bob Chilcott und John Rutter wurden so zu mitreißender Musik. Werke von Johann Sebastian Bach und Mariengesänge aus unterschiedlichen Zeiten (Reger, Wolters, Sagrado) sowie deutsche Weihnachtslieder und populäre Christmas-Songs aus den USA ergänzten zusätzlich die Konzertfolge. Ein außergewöhnlicher Konzertabend, wie man ihn wohl nur selten zu hören bekommt. Den reichen Beifall hatte er mehr als verdient.

Von Hartmut Jakubowsky