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Celle Stadt Christoph Brüske begeistert mit „Energie“-Programm
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Christoph Brüske begeistert mit „Energie“-Programm
16:41 15.11.2010
Christoph Brüske begeisterte seine Zuhörer. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Zwischen solchem Beginn und seiner Celle-Hymne am Schluss („und wenn der Schlag dich einmal trifft, dann heißt dein Ziel Sophienstift“), vergehen die gut zweieinhalb Stunden mit Christoph Brüske wie im Flug. In seinem „Energie“-Programm spart er keineswegs an Gags und intelligenten Pointen. Nahtlos reihen sie sich aneinander und lassen das Publikum aus dem Lachen fast gar nicht mehr herauskommen. Das gelingt ihm locker und mit sprachlichem Tempo scheinbar anstrengungslos und stets mit einem mal kumpelhaftem, mal schalkhaftem Lachen – egal, ob es um das Sprunggelenk von Michael Ballack geht, um Paul, den Kraken, der vielleicht doch hätte Bundespräsident werden sollen oder um Züge, die von Celle bis Lüchow-Dannenberg 29 Stunden brauchen. Mit Witz, Charme und Schlagfertigkeit gewinnt Brüske sein Publikum und wenn er sich selbst einen „Verbaltaifun“ nennt, dann hat er damit nicht übertrieben. Mit klassisch ausgebildetem Bariton besingt er zwischendurch Leutheusser-Schnarrenberger, ersetzt – hu, ha, hu, ha – den Namen Dschingis Khan im gleichnamigen Song durch den von Verteidigungsminister Guttenberg, und im Obama-Blues reizen seine unbestrittenen Gesangsqualitäten sogar zum ausgelassenen Mitsingen. Die Keintorhasen vom FC Köln werden genauso zum Thema wie die jungen Wilden in Ministerämtern und Ulla Schmidt, von der er als Kabarettist neun Jahre lang gut gelebt hat. Schon alleine bei dem Wort „Dienstwagen“ hätten sich die Leute vor Lachen gebogen. Ohne Bosheit schafft Brüske große Mengen Fröhlichkeit heran und bringt gesellschaftliche Zustände kabarettistisch zugespitzt haargenau auf den Punkt. Ein Abend voller Witz und guter Laune und mit jener trockenen Giftigkeit, die gutes Kabarett auszeichnet.

Von Hartmut Jakubowsky