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Celle Stadt Circus Minimum in Celle: Klein, aber oho
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Circus Minimum in Celle: Klein, aber oho
14:37 10.08.2017
Von Dagny Siebke
Samuel Frank lässt fünf schneeweiße Ponystuten auf die Bande klettern, zwei Welsh-Hengste durch die Manege tanzen und Friesenhengst Hektor mit dem Winzling Tiger gemeinsam auftreten.  Quelle: David Borghoff
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Auch außerhalb der Vorstellungen können Kinder die Tiere streicheln. "Die Pferde sind mit uns groß geworden. Auch die alten Tiere geben wir nicht weg", sagt Zirkuschef Ricardo Köhler. "Sondern sie bekommen bei uns ihr Gnadenbrot." Dieser lockere Umgang mit den Tieren scheint beim Publikum anzukommen. "In Hamburg haben uns die Zuschauer nach der Vorstellung die Hände geschüttelt und sich bei uns bedankt", erzählt Frank.

Dabei wissen Köhler und Frank, wie es in einem großen Zirkus zugeht. "Wir sind mittlerweile die achte Generation unserer Zirkusfamilie", sagt Frank. Doch im Laufe der Jahre wurden die Familien Frank und Köhler immer größer, sodass es nicht für alle Kinder Arbeit gab im großen Zelt. Deswegen arbeitet die fünfköpfige Familie seit zehn Jahren selbstständig, seit fünf Jahren verzichtet sie auf Elefanten und Tiger. "Wir brauchen jeden Mann, weil wir damit unser Lohn und Brot damit verdienen", betont Frank. Wie hart das Zirkusleben sein kann, hat Zirkuschef Köhler neulich am eigenen Leib gespürt: 25 Jahre lang zeigte er stolz als Feuerspucker sein Können, doch nun hat er sich kürzlich verschluckt und fiel dadurch acht Wochen aus.

Hauptattraktion sind Mini und Maxi, denn das größte Pferd und das kleinste Pony im Stall treten in der Manege gemeinsam auf. Handstandakrobat Samuel Frank zeigt sein Können bis in einer Höhe von 7,50 Meter im Zirkuszelt. Fehlen darf auch nicht die Tellerjonglage von Köhler sowie der 14-jährige Clown Peppino, der die Kinder zum Lachen bringt.

"Irgendwann hatten wir die Nase voll von den Tierschützern. Oft haben sie unsere Werbeplakate überklebt. Doch heute haben wir unsere Ruhe", erläutert Köhler. Der Konkurrenz zwischen Circus Krone, Roncalli und Belly sei groß und es werde bei den Kommunen immer schwieriger, günstig gute Plätze zu erhalten. "Doch wir Zirkusleute halten zusammen", betont Frank. So tausche man sich darüber aus, wer wann wo gastiert und ob die Plätze sich lohnen. Mit nur zehn Fahrzeugen kommt Minimum zurecht.

"Wir haben hier in Altencelle noch nie gastiert. Wir finden es aber gut, dass wir hier ganz nah am Wohngebiet spielen dürfen", so Frank. Als die Zirkustruppe beim Aufbau des Zelts Probleme mit dem Wasser hatte, half kurzerhand der Nachbar aus.

Frank verrät, dass der Cirkus Minimum inzwischen auf geschlossene Veranstaltungen für Kindergärten und Schulen anbiete, bei denen die Kinder hinter die Kulissen blicken dürfen und selbst kleine Kunststücke einüben dürfen.