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Celle Stadt City-Leerstände bleiben auf hohem Niveau
Celle Aus der Stadt Celle Stadt City-Leerstände bleiben auf hohem Niveau
17:03 19.08.2010
Von Oliver Gatz
Die Schuhstraße und Kanzleistraße sind besonders von Leerständen betroffen. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Nehmen die gewerblichen Leerstände in der Innenstadt dramatische Züge? Darüber waren sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses uneins. „Es gibt Leerstände in einem nicht unbeträchtlichen Umfang“, konstatierte SPD-Fraktionschef Jens Rejmann in der Sitzung am Mittwoch. „Die Zahl der inhabergeführten Geschäfte nimmt ab. Diese Entwicklung wird sich verstärken.“ Ein Grund dafür sei der ansteigende Internethandel, vermutete Rejmann. Auch Wolf Wallat, Fraktionschef der Linken/BSG, zeigte sich besorgt: „Es fehlt die Angebotsseite für jüngere Leute.“

Andere sahen die Lage nicht so düster. Dass der Internethandel zugenommen habe und die Discounter ihr Angebot erweitert hätten, sei kein spezifisches Problem von Celle, sagte Ausschussvorsitzender Michael Bischoff (CDU). Außerdem beträfen die Leerstände hauptsächlich die Randlagen. „So schlecht, wie es vermeintlich aussieht, ist es offenbar nicht, wenn man die Umsatzzahlen des Cima-Gutachtens berücksichtigt.“ Auch Grünen-Fraktionschef Bernd Zobel verwies auf die positiven Daten der Studie. „Für mich ist die Leerstandentwicklung gestoppt. Es gibt keinen Anlass, für diese Stadt schwarz zu sehen.“ Dass die Leerstände speziell in der Bergstraße hoch seien, liege an der ungeklärten Frage, ob dort ein Einkaufszentrum verwirklicht werde oder nicht. CDU-Fraktionschef Heiko Gevers sah ebenfalls keine „strukturelle Notsituation“. Die Lage sei erklärbar.

Nach Angaben von Wirtschaftsförderer Thomas Faber stehen elf bis zwölf Prozent der rund 500 gewerblich genutzten Objekte in der City leer. Dies sei ein Niveau, das nicht mit üblichen Fluktuationen zu begründen sei, sagte Faber. Besonders auffällig seien Bergstraße, Kanzleistraße und Schuhstraße. Faber äußerte die Vermutung, dass die Leerstände auf die Diskussion um die geplante Altstadtgalerie und auf die kleinteilige Handelsstruktur zurückzuführen seien. „Viele Unternehmen haben Interesse an größeren Verkaufsflächen“, sagte er. Außerdem seien sich Vermieter und Pächter in Bezug auf die Miete häufig nicht handelseinig, so dass Gewerbeflächen über längere Zeit leer stünden. Detaillierte Angaben über Umsätze und Verkaufsflächen konnte Faber nicht liefern. Er sei dabei auf Daten des Citymanagements angewiesen. Hier sei man in Gesprächen.