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Celle Stadt Clowns in Celle: Lachen verjagt Schrecken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Clowns in Celle: Lachen verjagt Schrecken
15:10 28.10.2016
Über die Jahre haben sich die Clinic Clowns einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Sie wollen kranke Kinder zum Lachen bringen. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Ein herzliches Lachen und ein Moment, in dem nicht Krankheit und Leiden im Vordergrund stehen – das ist für Kinder im Krankenhaus unbezahlbar und weil das so wichtig ist, bekommen viele von ihnen regelmäßig Besuch von Clinic-Clowns, die spendenbasiert arbeiten. Die schönste Belohnung für diese Clowns ist es, wenn sie den Kindern und ihren Familien für ein paar Stunden Freude und Zerstreuung schenken können.

Das ist der Grundsatz aller Clowns, auch außerhalb von Kliniken. Aber in den vergangenen Wochen haben unrechtmäßig populär gewordene „Grusel-Clowns“ es sich zur Aufgabe gemacht, diese Arbeit eigennützig zu sabotieren. „Es ist eine armselige Sache, dass diese Leute offenbar weiter nichts zu tun haben als so niederträchtig Menschen zu erschrecken“, sagt Klaus Köhler, Zirkusdirektor von Circus Belly. „Clowns sollen Freude verbreiten und zum Lachen bringen und was diese Leute tun, hat mit Zirkus und Clownerie nichts zu tun, bringt sie aber in Verruf.“

In einzelnen Fällen führt das Verhalten der „Grusel-Clowns“ dazu, dass sich Kinder im Krankenhaus von einem Clown abwenden, weinen und schreien, beschreibt Jens Ibendorf. Als Clown trägt er den Namen Bert und ist für die "Clinic-Clowns Hannover" tätig, die auch im Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH) Kinder besuchen.

Die „Grusel-Clowns“ haben nichts mit dem wertvollen Motto der echten Clowns zu tun. „Clown zu sein ist auch mal anstrengend, aber wunderbar herzerfüllend – eine der schönsten Aufgaben überhaupt“, sagt Ibendorf. „Ausgebildete Clowns zeichnen sich durch viel Empathie und Improvisationsgefühl aus. Sie haben echtes Handwerkszeug, mit dem sie an die Kinder heran kommen, sie spielen und zaubern mit ihnen und sind auch ein Blitzableiter für die Themen Krankheit und OP“, erklärt er.

Clinic-Clowns ermöglichen den Kindern, ihre Wut und Angst mit Luftballons abzubauen oder den Clowns offen ihre Narben zu zeigen, sie hören zu, lenken ab und heitern auf. „Wir wollen eine Atmosphäre – Leichtigkeit – erzeugen. Was die Grusel-Clowns tun, erschwert unsere Arbeit“, erzählt Ibendorf.

Und gerade deshalb dürften sie bei Weitem nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, findet Katharina Witerzens, Clownin mit dem Namen Henriette Knopf. „Clowns begegnen Menschen auf spielerische Art und Weise, authentisch und mit einem naiven Blick auf die Welt. Die Clownsnase ist die kleinste Maske der Welt, eine Eintrittskarte, um mit Achtung und Liebe direkt auf Menschen zuzugehen und sie zum Lachen zu bringen“, sagt sie. „Grusel-Clowns verstecken sich hinter Masken. Die meisten Clowns tragen jedoch wenig Schminke, um viel Menschliches zu zeigen, Kontakt herzustellen und mit Lied, Tanz und Zaubertricks Emotionen zu wecken. Und wir dürfen nicht vergessen: Lachen verjagt den Schrecken.“

Von Marlene Schlüter