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Celle Stadt Club Klangzirkus will musikalische Lücke in Celle füllen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Club Klangzirkus will musikalische Lücke in Celle füllen
17:34 26.11.2013
Von Jürgen Poestges
Die beiden „Macher“ des „Klangzirkus“: - Andreas Wolber (links) und Peter Haecker-Lopez. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Noch wird gehämmert, die Kreissäge kreischt, Kabel hängen von der Decke: Der „Klangzirkus“ ist momentan noch eine Baustelle. Aber: „Am Freitag wird eröffnet“, sagt Geschäftsführer Andreas Wolber. Gemeinsam mit seinem Freund Peter Haecker-Lopez, dem Eventmanager, will er in Celle eine Lücke füllen. „Es gibt doch hier nichts, wo man als 40-Jähriger mal hingehen und feiern kann“, erklärt Haecker-Lopez. „Und dann haben wir entschieden: Wir machen jetzt mal selber was.“

Erfahrungen haben die beiden als Discjockeys. Seit zehn Jahren legen sie in Klubs in ganz Niedersachsen Platten auf. „Wir haben uns mal überlegt, was uns in diesen Lokalitäten alles nicht gefallen hat. Und das wollen wir bei uns besser machen.“ Das beginnt im Eingangsbereich, wo im „Klangzirkus“ neben dem obligatorischen Türsteher auch eine Frau stehen wird, bis hin zu den vernünftigen Toiletten.

Musikalisch wollen sich Wolber und Haecker-Lopez nicht festlegen lassen. „Bei uns wird man alles zu hören bekommen: Vom Schmalz triefenden Schlager bis zum harten Rock“, sagt Wolber. „Trance, House oder solche Sachen sollen woanders gespielt werden. Auch die Hitparade rauf und runter wird es bei uns nicht geben.“

Die Idee und das Konzept von der ehemaligen Diskothek „Freedom“ und der „Musikfabrik“, die sich ein paar Meter vom „Klangzirkus“ entfernt in der Sprengerstraße befand, spielen eine große Rolle. In der ehemaligen Druckerei in der Sprengerstraße 50 gibt es eine Raucher-Lounge und einen VIP-Bereich, in dem man Tische vorbestellen kann oder auch einmal einen Geburtstag feiern. Haecker-Lopez: „Da haben wir schon jetzt Vorbestellungen. Wie überhaupt die Resonanz sehr positiv ist.“ Von allen Bereichen aus hat man aber immer die Bühne im Blick. „Das ist eben das Zirkus-Konzept“, sagt Haecker-Lopez. Und auch Live-Musik soll es geben. Wolber: „Die Celler Rockinitiative CRI und Axel Lanz, der in seinem „Herzog Ernst“ ja auch viel Live-Musik hat, haben uns schon Hilfe angeboten. Wir sind da durchaus offen in alle Richtungen.“

Gerade einmal acht Wochen hat es vom ersten „Spatenstich“ bis zur Eröffnung gedauert. Dabei hat auch die Stadt Celle mit Genehmigungen viel geholfen. „Unser Architekt hat uns einen Vogel gezeigt, als wir ihm gesagt haben, wir wollen im November öffnen, Er meinte, unter einem halben Jahr ginge da gar nichts“, schauen die beiden Club-Chefs zurück, die sich seit rund 20 Jahren kennen. „Aber die Handwerker haben unglaublichen Einsatz gezeigt. Manchmal ging es bis halb zwei Uhr morgens. Ohne sie hätten wir es wirklich nicht geschafft.“

Ideen haben sie viele, von Workshops bis zu Kinder-Discos. Und eine Amateur-Band, die einfach einmal etwas Bühnenerfahrung sammeln will, kann auch immer kommen. „Wir sind sicherlich kein Benefiz-Unternehmen, es soll sich schon rentieren“, sagt Wolber. „Aber wir wollen auch niemandem etwas wegnehmen. Wir hoffen, eine Klientel anzusprechen, die bisher so gut wie keine Anlaufstelle in Celle hat. Das Inkognito oder die CD-Kaserne haben auch ihr eigenes Publikum.“ Ab Freitag wird sich zeigen, ob das Konzept der beiden aufgeht.