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Celle Stadt Collegium Cellense: "Im Krieg ist niemand sicher"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Collegium Cellense: "Im Krieg ist niemand sicher"
18:35 15.06.2016
Professor Cord Jakobeit erklärte bei der Celler Kinderuni, wie Kriege entstehen und welche Länder besonders betroffen sind. Quelle: Alex Sorokin
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Im Krieg gibt es viel Leid, Zerstörung und Tote. "Im Krieg ist niemand seines Leben sicher", sagte Jakobeit. Ein aktuelles Beispiel bietet Syrien. Aber nicht nur dort, sondern überall auf der gesamten Welt brach mindestens schon einmal der Krieg aus. Der Dozent zeigte am Zeitstrahl von 1945 bis 2014, wie viel Krieg es in bestimmtem Ländern gab. In Asien und Afrika gab es viele Kriege. In der USA und in Deutschland wiederum wenige. Freiheit, Wohlstand und Sicherheit bereiten Zufriedenheit und Frieden.

Einfache Antworten auf die Frage "Warum gibt es Krieg?" gibt es nicht. Eines, was man aber genau weiß, ist, dass es verschiedene Formen von Krieg gibt: alte oder neue, gerechte, revolutionäre, Glaubens-, aber auch Weltkriege und noch viele mehr.

Manchmal behaupten die Gegner Dinge über ihre Feinde, die gar nicht stimmen. Oder es gibt einen Rüstungswettlauf. Dies kann aber auch friedlich ausgehen. Der Professor hat drei Menschen vorgestellt, die auf die Frage eine Antwort fanden. Thomas Hobbes behauptete: "Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf." Damit meinte er: Wenn ein Mensch bei einem anderen Menschen eine Schwäche sieht, schnappt er zu. Kenneth Waltz war überzeugt: "Jenseits des Nationalstaates gibt es keine Regierung." Er meinte damit, dass es viele Staaten gibt, aber außerhalb von diesen keinen Weltstaat. Immanuel Kant stellte seine Theorie „Vom ewigen Frieden‘‘ auf.

Warum gibt es Kriege?

Die Stundenfrage seines Vortrags lautete „Warum gibt es Kriege?“. Um diese beantworten zu können, muss natürlich erst einmal das Wort ‚Krieg‘ definiert werden. „In einem Krieg kämpfen Soldaten verschiedener Truppen gegeneinander. Es gilt, einen Konflikt unter Einsatz von Waffen und Gewalt auszutragen. Dabei geht es oft um Macht, Einfluss und Kontrolle. Die größte Last trägt bei einem Krieg immer die Zivilbevölkerung, also Frauen, Kinder und alte Menschen. Dadurch gibt es sehr viele Tote und auch Flüchtlinge, die dann zum Beispiel zu uns nach Celle kommen.“, so Jakobeit.

Die Menschheit beschäftigt sich schon seit tausenden von Jahren mit dem Thema ‚Krieg‘ – es hat ihn immer schon gegeben und auch in Zukunft wird dies der Fall sein. In der historisch belegten Menschheitsgeschichte haben knapp 14.400 Kriege stattgefunden. Dabei haben ungefähr 3,5 Milliarden Menschen ihr Leben gelassen – schätzungsweise haben bisher 100 Milliarden Menschen gelebt. Das heißt, fast jeder 30. Erdenbürger ist aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen gestorben!

Wie erforscht man nun dieses Thema? Es gibt verschiedene Ansätze. Man kann zum Beispiel durch das Ordnen und Zählen von Kriegen unterschiedliche Kriegsarten ausmachen. Es gibt Bürgerkriege, Unabhängigkeitskriege, Wirtschaftskriege oder auch Bandenkriege. Um Kriegsgebiete genauer zu untersuchen, kann man die betroffenen Krisenregionen bereisen und die Einheimischen vor Ort befragen. Weiterhin kann man durch Nachdenken und Vergleichen wissenschaftliche Thesen aufstellen. Letzteres hat zum Beispiel Immanuel Kant (1724-1804), ein großer deutscher Philosoph, getan. Bei seinen Forschungen fand er heraus, dass Demokratien in der Regel keine Kriege untereinander führen. Da aber noch 1/3 aller Staaten auf der Welt keine Demokratien sind, gibt es natürlich immer noch Kriege. Aus Kants Forschung könnten wir also schließen, dass mehr Demokratie die Anzahl von Kriegen verringern würde. „Deshalb müssen Organisationen wie die Europäische Union (EU) oder United Nations Organisation (UNO) besonders gefördert werden.“, erklärte Jakobeit.

„Aber warum genau gibt es denn jetzt Krieg?“, kam immer wieder die Frage unter den jungen Studenten auf. Die Antwortet darauf ist eigentlich ganz einfach: Es liegt in der Natur des Menschen, sich zu streiten. Durch einfache Provokation kann ein Krieg entstehen. Diese Situation kennt jeder aus seinem Alltag. Insgesamt muss also „die Stärke des Rechts“, und nicht „das Recht des Stärkeren gelten.“ Mit diesen starken Worten endete auch Prof. Jakobeits Vortrag.

Der krönende Abschluss wie immer am Semesterende war die Verteilung der Teilnehmerzertifikate. Darauf waren die jungen Studenten natürlich besonders gespannt, denn jeder möchte schließlich wissen, ob es nun ein Doktortitel oder doch nur ein Bachelor geworden ist…

Von Anna Gade