Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Collegium Cellense: Studenten besuchen Schützen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Collegium Cellense: Studenten besuchen Schützen
19:05 07.05.2015
Kinderakademie Besuch bei Schützen Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Am Dienstag gab es die erste Exkursion im Semester des Collegium Cellense: Es ging zu den Celler Schützen. Zwei echte Schützen in Uniform hielten in der Theo-Wilkens-Halle einen Vortrag über die Geschichte des Schützenwesens. Einleitend erklärte Norbert Schüpp, dass es bei den Schützen hauptsächlich um drei Dinge geht, nämlich Sport, Tradition und natürlich auch Spaß in der Gemeinschaft. Es gibt heute 16 Celler Schützenvereine. Frauen werden als Schützenschwestern, Männer als Schützenbrüder bezeichnet, was den familiären Charakter unterstreichen soll.

1388 bildeten sich erste kleine Schützenvereine, die dazu da waren, alle Häuser in Celle vor feindlichen Angriffen zu schützen. Ein Problem war jedoch, dass die einfachen Bürger nicht freiwillig in den Kampf zogen, wie etwa Ritter. Deshalb beschloss die Stadt, dass jedes Haus einen Mann zum Kämpfen stellen musste. Zwischen Pfingsten und Michaelistag hatten die Schützen dann einmal pro Woche „Training“, um sich auf das Schützenfest vorzubereiten, so war man für Ernstfälle gut gerüstet.

Auf diesem Fest wurde ein Wettschießen veranstaltet, bei dem der Gewinner den "lübischen Gulden" gewinnen konnte – für damalige Verhältnisse ein viertel Monatsgehalt. Außerdem wurde der Schützenkönig damals noch ein Jahr lang von Steuerzahlungen befreit und bekam zusätzlich eine große Wiese für sein Vieh zum Weiden. Zum Schützenfest gehören traditionell Umzüge, bei denen die Vereine mit Marschmusik durch die Straßen ziehen, am Schützenplatz werden Zelte und Karussells aufgebaut. Es ist ein richtiges Volksfest, bei dem alte Bräuche gepflegt werden.

Nach diesen tieferen Einblicken in die Geschichte blieben die Blicke der jungen Studenten an den Uniformen der beiden Schützen hängen: Sie waren bestückt mit prächtigen Plaketten und Ansteckern. Auch Königsketten waren ausgestellt. Diese Orden bekommen die Schützen, wenn sie bei Wettkämpfen oder aber beim Schützenfest gewinnen.

Von der Theorie ging es in die Praxis: Endlich durften die Studenten mit einem echten Gewehr schießen – natürlich mit einer Sicherung. Zuerst wurde der Umgang erklärt, dann ging es um die Gewehrarten. Die jüngeren Schützen benutzen ein so genanntes Lichtgewehr, das einen kleinen Laserpunkt auf die Zielscheibe wirft. Dieses wiegt ungefähr zwei Kilo. Ab zwölf Jahren darf man mit einem anderen Gewehr schießen: dem Luftdruckgewehr. Noch eine Möglichkeit ist das Schießen mit einer Pistole. Natürlich müssen die Schützen auch Schutzkleidung und Ohrstöpsel gegen den Lärm tragen. Viele haben bei den Schießübungen wohl Lust auf „mehr“ bekommen, ihnen stehen die Jugendgruppen der Schützengilden offen.

Von Frida Maecker