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Celle Stadt Computer-Neustart für Celler Grundschulen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Computer-Neustart für Celler Grundschulen
18:48 25.11.2014
Von Michael Ende
Schüler arbeiten in einem Klassenraum an ihren Tablet-PCs: Für Celler Grundschulen eine Zukunftsvision, die so bald nicht Realität wird. Quelle: Arne Dedert
Celle Stadt

Celles Grundschulen dürfen darauf hoffen, zukünftig erheblich besser als bisher mit Computern und Software ausgestattet zu werden. Dieses klare Signal kommt aus dem städtischen Schulausschuss, dessen Mitglieder sich einstimmig dafür aussprachen, dass die Stadtverwaltung in Kooperation mit den Schulen ein Konzept für eine bedarfsgerechte Verbesserung der Medienausstattung an den einzelnen Schulen erarbeiten und die hierfür erforderlichen zusätzlichen Mittel über den Nachtragshaushalt 2015 anmelden soll.

„Wir wollen uns auf den Weg machen“, sagte Kerstin Oehl, die im Rathaus als Abteilungsleiterin Schulen für die „strategische Bildungsplanung“ zuständig ist. Sie legte dar, dass dieser Weg Richtung Zukunft schon vor dem ersten Schritt ende, falls den Schulen nicht zusätzliche Mittel an die Hand gegeben würden: „Für die Schulen ist es äußerst schwierig, von ihrem Budget etwas für Computer-Ausstattung abzuzwacken.“ Dabei würde ein Teil der Grundschulen gerne Smart-Boards im Unterricht einsetzen - das sind interaktive, mit einem Computer verbundene, digitale Tafeln: „Gerade an den gemischt genutzten Schulstandorten wurden hier sehr positive Erfahrungen gemacht. Dies trifft auch für die Grundschule Waldweg zu, die im Rahmen des Comenius-Projektes ein Smart-Board beschaffen konnte.“ Für den Erwerb von Smart-Boards wurden von der Stadt Celle bisher keine Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt.

„Das Ziel der Schulen ist es, allen Schülern die Möglichkeit zu geben, ein Basiswissen im Umgang mit Neuen Medien zu erwerben, das eine gleichberechtigte Teilhabe an der modernen Gesellschaft ermöglicht“, so Andreas Reichert, Leiter der Westerceller Grundschule Nadelberg, der mit Kollegen an einem Medienkonzept arbeitet. Viele Grundschüler seien heute im Besitz von Computern, Tablets und Smartphones, so Reichert: „Mit dem Eintritt in die weiterführenden Schulen wird der Zugang zu interaktiven Medien häufig zu einem Muss.“ Darauf gelte es die Grundschüler individuell vorzubereiten. Die Entwicklung sei rasant: „Es heißt heute schon: Der klassische Computerraum ist tot. Der Trend geht dahin, im Unterricht das zu nutzen, was die Kinder sowieso schon von zu Hause aus haben.“ Von daher sei das Reaktivieren alter Rechner kein Königsweg.

Die Politik zeigte sich begeistert von der Idee. „Unsere Schüler müssen Anschluss finden an Schüler in anderen Städten und Ländern“, so Ralf Blidon (FDP). „An unseren Schulen zu sparen wäre das Letzte.“ Stadtrat Stephan Kassel sagte, dass es die Computer-Offensive nicht zum Nulltarif gebe: „Wir können nicht sagen, wie viel es kosten wird. Irgendwann muss es zum Schwur kommen. Es wäre doof, wenn die Politik hinterher sagt, das alles ginge aus Kostengründen nicht.“

Kein Geld für Hardware

Den Celler Grundschulen stehen keine gesonderten Haushaltsmittel für die
Beschaffung von Hardware
zur Verfügung. Pro Jahr gibt
es 15 Euro pro Schüler – und die werden vor allem für die Ersatzbeschaffung von Klassenmöbeln benötigt.
Die größte Grundschule erhält so etwa 5100 Euro. Ein Satz höhenverstellbare Schülertische und -stühle kostet zurzeit
5700 Euro. Dies bedeutet,
dass in der Regel aus dem Schulbudget keine Rechner beschafft werden können. Überspitzt formuliert: Weil Stühle und Tische so alt sind, gibt es keine neuen Computer. Man behilft sich mit ausgemusterten Rechnern aus dem Rathaus. 95 Stück wurden
so in diesem Jahr an die Grundschulen verteilt,
im nächsten Jahr sollen es
200 Geräte sein.