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Celle Stadt Ein Rettungsschwimmer auf vier Pfoten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ein Rettungsschwimmer auf vier Pfoten
13:53 08.02.2019
Von Marie Nehrenberg
Seit fünf Jahren unzertrennlich: Wasserrettungshund Sir Janusch und Hundeführer Uwe Senft der DLRG Ortsgruppe Celle. Quelle: David Borghoff
Celle

Große braune Kulleraugen gucken aus einem skeptischen Gesicht. „Was will der Mann mit der Kamera?“, scheinen sie sich zu fragen. Sir Janusch wirkt nicht gerade begeistert von dem ganzen Trubel, nimmt ihn dann aber mit ein bisschen gutem Zureden gelassen hin. Bis das perfekte Foto im Kasten ist. Der ritterlich anmutende Name gehört zu einem riesigen, schwarzen, plüschigen Hund, der eigentlich von allen nur Joschi genannt wird.

Joschi ist ein Neufundländer, fünf Jahre alt, wiegt gute achtzig Kilo und liebt es, feuchte Küsschen zu verteilen. Außerdem ist er ein ausgebildeter Begleit- und Rettungshund. „Er ist unheimlich feinfühlig“, sagt sein Besitzer Uwe Senft. Der Suderburger hat Joschi als Welpe zu sich genommen. „Ich habe mir einen Hund gewünscht, mit dem ich gemeinsam schwimmen gehen kann“, erinnert er sich. In Joschi hat er den perfekten Partner gefunden. Er war gerade einmal elf Monate alt, als Senft mit ihm zu einer Sichtungsprüfung nach Luxemburg fuhr. „Da musste er unter anderem aus einem Boot springen und Gegenstände aus dem Wasser zurück an Land bringen.“ Mit 15 Monaten bestand er dann die Prüfung zum Begleithund.

"Ohne Schwimmweste geht gar nichts"

Uwe Senft war zu dem Zeitpunkt bereits klar, dass er und Joschi anderen Menschen helfen wollen. „Ich habe dann meinen Rettungsschwimmer gemacht, der Hund immer an meiner Seite“, berichtet er. In Deutschland gäbe es allerdings bislang kaum Wasserrettungshunde und dementsprechend auch wenig Anlaufstellen. „Irgendwann kam mir dann der Gedanke, selber was auf den Weg zu bringen.“ Ende des vergangenen Jahres wendete er sich deshalb an die DLRG Ortsgruppe Celle und stellte ihr seine Vision vor. „Wir waren von Beginn an begeistert“, meint Mathias Dannenberg, Pressesprecher der DLRG Celle. „Noch sind wir in der Findungsphase und überlegen, wie und in welchem Rahmen Wasserrettungshunde unsere Arbeit untersützen können.“

Dem gutmütigen Joschi hat Senft inzwischen eine Schwimmweste angezogen. „Ohne Schwimmweste geht gar nichts“, sagt er entschlossen. Zum einen gehe es natürlich um die Sicherheit des Hundes, zum anderen sei die Weste aber auch so konzipiert, dass man dort Bojen und Seile befestigen könne. Bei einem Einsatz arbeiten Senft und Joschi Seite an Seite. „Ich schwimme vorweg und übernehme die erste Kontaktaufnahme mit dem Hilfesuchenden. Danach nehm ich ihn in den Seemannsgriff und dann übernimmt Joschi und zieht uns ans Land oder zum Boot“, erzählt er und streichelt dem Vierbeiner über den Kopf.

Landseer, Labradore und Neufundländler sind geeignet

Für solch eine Rettungsaktion muss ein Hund einige Voraussetzungen mitbringen. Am häufigsten werden als Wasserrettungshunde sogenannte „Wasserhunde“ wie Landseer, Labradore oder eben Neufundländer ausgebildet. Wichtig sei, dass der Hund mindestens kräftig, fit und nicht wasserscheu sei. Auch die Wesensfestigkeit spiele eine bedeutende Rolle: er sollte nicht schreckhaft, dafür aber ausgeglichen und entspannt sein.

Alles Eigenschaften, die Joschi besitzt. Aus diesem Grund wünscht sich Senft, seinen Vierbeiner zukünftig nicht nur als Rettungs-, sondern auch als Therapiehund einzusetzen. „Wir haben hier ja nunmal keine Delfine, mit denen Menschen schwimmen können. Aber Hunde. Und das ist genauso schön“, sagt er lächelnd. Ob in Schulen, im Badesee, ob mit Behinderten, Kindern oder Senioren, die Anwesenheit eines Hundes könne soviel Positives bewirken und Freude schenken.

"Mit der passenden Belohnung vor Augen machen sie fast alles"

Während sein Herrchen von gemeinsamen Zukunftsplänen träumt, hat sich Joschi hingelegt und lässt sich hinter den Ohren kraulen. Er fühlt sich in seinem neuen Arbeitsumfeld, dem DLRG-Gebäude am Hafen, sichtlich wohl und kassiert von jedem, der zur Tür hineinkommt eine Streicheleinheit. Lernen tut der riesige Vierbeiner übrigens am besten durch Bestechung. „Neufundländer sind die verfressensten Wesen, die es gibt“, verrät Senft. „Mit der passenden Belohnung vor Augen machen sie fast alles.“ Wie zum Beweis schnappt sich Joschi den Korb seines Herrchens, nimmt ihn zwischen die Zähne, geht zum Auto und läutet den Feierabend ein.

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