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Celle Stadt Dagnys Klima-Tagebuch: "Pendler von der Straße kriegen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dagnys Klima-Tagebuch: "Pendler von der Straße kriegen"
17:48 21.03.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Daniel Pracht
Celle Stadt

Schon am ersten Tag des Klima-Fastens muss ich umdenken. Eigentlich wollte ich mit dem Rad klimaneutral und mit eigener Muskelkraft zum CeBus-Betriebshof fahren. Doch es regnet den ganzen Tag lang. Anstatt mich vollnieseln zu lassen, nehme ich den Bus. Etwas mehr als drei Jahre wohne ich in Celle, trotzdem ist es erst meine dritte Busfahrt. Denn bislang haben CeBus und ich uns fahrplantechnisch immer verpasst. Doch dieses Mal war es vormittags mit sieben Minuten Fahrzeit und halbstündigem Takt total einfach.

Nur allzu oft grüble ich, welches Verkehrsmittel für welchen Fall das beste ist. Im eigenen Auto wäre die Fahrt durch den Regen natürlich am bequemsten. Und ich wäre unabhängig von anderen, vor allem von Fahrplänen. Jedenfalls so lange, bis sich etliche Wagen an einer Ampelkreuzung knubbeln oder bis ich einen Parkplatz gefunden habe – wodurch ich öfters unfreiwillig die Celler Innenstadt erkunde. Was mir besonders Kopfzerbrechen bereitet: Da ich mich einmal für ein Auto entschieden habe, muss ich es genügend bewegen, sonst motzt die Batterie wieder.

Selbst wenn ich das Fahrrad nehme, muss ich vorher einiges an Zeit einrechnen: den Drahtesel aus dem Keller wuchten und überlegen, wo ich ihn mit dem Rahmen anschließen kann, um Fahrraddieben das Leben schwer zu machen. Schließlich spreche ich aus leidlicher Erfahrung: Bereits während meiner ersten Wochen in Celle wurde mein Rad gestohlen.

Ein Blick in die Statistik genügt, um zu sehen, dass ich wohl noch das ganze Jahr lang Klima-Fasten kann, bis ich meinen kürzlichen Langstrecken-Flug nach Costa Rica wieder ausgeglichen habe. 18.000 Kilometer bin ich geflogen, wenn für jeden Personenkilometer 211 Gramm Treibhausgase anfallen, komme ich schon auf 3,8 Tonnen.

Eine Idee habe ich: Noch bevor ich einen Schritt vor die Haustür gesetzt habe, kann ich die Umwelt schonen und etwas für die Figur tun. Denn im Haus haben wir einen Lift. Bei Green Facts habe ich gelesen, dass der durchschnittliche Fahrstuhl-Nutzer sechs Mal am Tag drei Etagen in einem Vier-Personen-Aufzug fährt. Das soll allein über fünf Tonnen CO₂ im Jahr verursachen.

Das komplette Klima-Tagebuch als Multimedia-Reportage finden Sie unter "Mein ökologischer Rucksack"

Im besten Sinne melodramatisch wurde es am Freitag im Celler Beckmannsaal mit Dietmar Sanders „Schubertiaden“. Der Baritonsänger und sein Begleiter, Pianist Johannes Nies, hatten sich „Die schöne Müllerin“ vorgenommen. Der romantische Gedicht-Zyklus stammt aus der Feder von Wilhelm Müller und war der erste von dreien, die Franz Schubert vertont hat.

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Die Sprache ist der Star! So ließe sich die neue Lesereihe des Schlosstheaters umreißen. Zum großen Auftritt verhilft ihr einer, der sie kunst- und effektvoll in Szene setzen kann, ein Experte in Sachen Literatur und ein Liebhaber der Sprache ist. „Schon während meines Studiums haben mich Autoren fasziniert, die sich einer packenden Ausdrucksweise, die mitreißt, bedienten“, sagt Bernd Rauschenbach am Freitagabend in der Turmbühne. Er liest nicht nur, er ist auch Ideengeber des neuen Formats.

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