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Celle Stadt Dagnys Klima-Tagebuch: Zurück zum Sonntagsbraten?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dagnys Klima-Tagebuch: Zurück zum Sonntagsbraten?
17:49 21.03.2018
Von Dagny Siebke
Egal ob Fleischliebhaber oder Vegetarier: Für Jeden dürfte im Restaurant von Möbel Wallach was dabei sein. Quelle: Christa Schilbock
Celle Stadt

Auf Fleisch kann ich ja unter der Woche getrost verzichten, doch von Käse in allen möglichen Formen kann und will ich mich langfristig gesehen nicht trennen. Dafür packe pro Kilo Käse 8500 Gramm CO₂ in meinen „ökologischen Rucksack“.

Zu Fetakäse und Mozzarella passen natürlich am besten Tomaten und schon wieder droht ein Gewissenskonflikt. Denn am Beispiel des Nachtschattengewächses wird klar, warum wir richtig die Umwelt schonen können, wenn wir regional und saisonal einkaufen. Tomaten vom konventionellen Bauern um die Ecke machen während der Saison in der Klima-Bilanz „nur“ 85 Gramm CO₂pro Kilo aus. Freilandtomaten aus Spanien erzeugen 600 Gramm CO₂ pro Kilo. Am schlimmsten schlagen Tomaten im heimischen beheizten Gewächshaus außerhalb der Saison zu Buche: Sie verursachen stolz 9300 CO₂ pro Kilo.

Wenn ich nur im Discounter oder im Supermarkt einkaufen würde, wäre mir wahrscheinlich auch nicht immer bewusst, wann welches Obst oder Gemüse Saison hat. Dort gibt es immer alles. Mittlerweile werden ja auch Erdbeeren im Winter angeboten. Als Weintrauben-Fan schaue ich mal auf das Etikett. Da steht meistens Indien oder Ägypten. Beim Gedanken daran – was die Menschen dort vor Ort für sich selbst anbauen könnten, wenn sie nicht auf das Obst für die westliche Welt setzen würden – lege ich das Obst wieder zurück.

Am liebsten gehe ich auf dem Celler Wochenmarkt einkaufen, um immer was Neues zu probieren. Dort kann ich von den Landwirten regional und saisonal dazulernen. Dann landet auch mal Rote Beete, Pastinake und Petersilienwurzel in meinem Korb. Ich nehme nur so viel, wie ich wirklich brauche, und lasse mir das Gemüse direkt in den Stoffbeutel reichen. Theoretisch könnte ich auf der Stechbahn verpackungslos einkaufen. Doch praktisch ist beim Feinkosthändler meines Vertrauens Schluss. Denn er muss sich an die Vorschriften der Behörden halten: „Aus hygienischen Gründen dürfen wir leider keine von Ihnen mitgebrachte Schalen befüllen“, steht am Wagen von El Charif.

Das komplette Klima-Tagebuch als Multimedia-Reportage finden Sie unter "Mein ökologischer Rucksack"

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