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Celle Stadt Damen-Parfüm gegen Herrenhemd
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Damen-Parfüm gegen Herrenhemd
17:43 26.12.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Erlöst wurde Jacobi schließlich von Bettina Miebach und ihrem Mann Detlef. Sie hatten ein Damen-Parfüm, das Bettina Miebach von einer Freundin geschenkt bekommen hatte, gegen ein gestreiftes Herrenhemd getauscht. Miebachs kommen aus Osnabrück und verbringen die Weihnachtstage in Celle. "Wir sind bereits seit dem 23. Dezember hier. Wir waren beim Gottesdienst auf dem Landgestüt, haben das Bach-Oratorium gehört und uns die 'Dreigroschenoper' angesehen", schwärmte Bettina Miebach von Celle.

Von der Geschenketauschbörse hatte das Ehepaar aus dem Weihnachtsflyer erfahren. "Das ist wirklich eine tolle Sache. Das sollte man in Osnabrück auch einmal machen", meinte Bettina Miebach und wartete noch eine kleine Weile am Alten Rathaus, ob sich auch noch für ihr Nagelset und eine kleine Probentüte aus der Apotheke Interessenten zum Tausch melden würden.

Etwa 200 Neugierige hatten sich auf der Stechbahn versammelt, um dem Tauschspektakel beizuwohnen. Die Auswahl der Geschenke, bei denen sich der Weihnachtsmann tüchtig verhauen hatte, war dieses Mal sogar recht ansehnlich. Ein Quadrokopter, ein Playstation-Spiel, ein Simpsons-Comic, Kosmetik, Parfüms, Socken oder ein Cocktail-Set lagen ausgebreitet auf dem Gabentisch vor dem Eingang zur Touristen-Info.

Letzteres hatte Karsten Denda aus Hambühren beigesteuert. "Ich trinke gar keine Cocktails, sondern lieber Bier. Ich hatte nur einmal für meine 80 Jahre alte Tante Cocktails gemacht, dafür hat sie sich mit diesem Set wohl bedanken wollen", erklärte Denda. Seine Tante wohne in Nordrhein-Westfalen und mache gerade Urlaub. "Sonst hätte ich mich auch nicht hierher getraut", meinte Denda schmunzelnd.

Als besonders hartnäckig erwies sich der sechs Jahre alte Julian, der zu Weihnachten ein Star-Wars-Set von Lego bekommen hatte, das er schon besitzt. Egal, was Jacobi ihm auch anbot, Parfüm für die Mama oder den Papa, ein Comic, einen Gemüseschäler oder Socken – der Junge lehnte standhaft ab. Am Ende willigte er doch noch ein. Julian entschied sich für die Drohne. Kein schlechter Tausch.