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Celle Stadt Dampfmaschine erlaubt Freiräume
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dampfmaschine erlaubt Freiräume
14:02 16.12.2016
Der Celler Künstler Frank Schult präsentiert Malerei und Grafiken unter dem Titel „Gespielt gesehen“ in der Celler Galerie SchwarzKunst, Südwall 15. Quelle: Oliver Knoblich
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Der Spiegel als Thema ist seit jeher ein zweideutiges Symbol. „Wir leben wie unsere Ahnen, die sich seit Anbeginn die Frage stellen, wohin die Reise gehen soll“, erklärt Schult. Unser moderner Spiegel sei der Monitor, der Fernsehapparat. Auch Printmedien gehören dazu. „Die Politik verwaltet und suggeriert, dass man alles, was zählt nur mit Geld erreichen kann. Immer schneller, immer höher ist die Devise. Hier und da ist zwar die Rede von Entschleunigung, doch wir alle konsumieren im Dauerlauf grenzenlos Banalitäten.“ Als Maler nehme sich Schult heraus, Dinge in den Focus zu stellen, die scheinbar unbedeutend sind, teils den Eindruck vermitteln, dass die Welt ein Irrenhaus ist.

Da geben sich „Der Trommler“ und „Don Quichote“ ein Stelldichein. „Surreal erscheinen uns Szenerien, einem Kaleidoskop ähnlich, das willkürlich von einem Spieler durchgeschüttelt wird“, sagt Schult. Einige Schritte weiter betritt man einen Raum, andächtig gestimmt vom Ölbild „Ort der Stille“. Vor einer mächtigen Kathedrale kommt das Panoptikum für einen Moment zur Ruhe. „Die Spieluhr der Ewigkeit“ summt ihr eigenes Lied. Eine innere Einkehr, ein Augenblick der Besinnung – das kann Kunst im besten Falle sein. Ein Spiegel, um sein Selbst zu erkennen samt Hintergründigem, über das Ich hinaus. In der Mystik entlarvt er eine höhere Wirklichkeit, bei Hesse die gebrochene Identität. „

Ich habe mein Spielzeug gefunden“, so Schult. „Ich habe mir eine Dampfmaschine gebaut, die mich antreibt und mir Freiräume erlaubt. „Aus einer verträumten Welt, die unsere verborgenen Schätze der Kindheit, unsere Sehnsüchte wahrt, nehme ich die Teilchen für meine Bilder – mit einer Portion Wut im Bauch.“

Von Aneka Fietz