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Celle Stadt Danceperados bringen irische Weihnachten nach Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Danceperados bringen irische Weihnachten nach Celle
17:10 10.12.2017
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Bereits zum Auftakt ihres gut zweistündigen Auftritts machten die „Danceperados“ deutlich, worin der besondere Charme dieser irischen Tanzshow besteht. Nebelschwaden zogen über die Bühne, während Gitarrist Ian Smith aus der Dunkelheit wehmütige Folkmusik erklingen ließ: Bei den „Tanzwütigen“ kommt nichts aus der Konserve, ganz im Gegenteil – das Ensemble leistet sich den Luxus, gleich sechs Live-Musiker mit auf Tour zu nehmen. Hier spielt die Crème de la Crème des Irish Folk: Sängerin Geraldine McGowan machte sich bereits als Frontfrau von Oísin, einer der bekanntesten irischen Folkbands der achtziger Jahre, einen Namen.

Gemeinsam mit den „Danceperados“ reiste das Publikum an diesem Abend in eine Zeit, als Weihnachten in Irland noch einen weitaus ursprünglicheren Charakter hatte als heutzutage. Dass der Große Saal in der Celler Congress Union nicht vollständig besetzt war, tat der Lautstärke des Applauses keinen Abbruch: Der Funke war spätestens zu dem Zeitpunkt vollständig übergesprungen, als die zwölf Tänzer des Ensembles zum ersten Mal auf die Bühne stürmten und mit atemberaubender Leichtfüßigkeit das charakteristische „Klack Klack“ ihrer Stepptanz-Schuhe ertönen ließen.

„Spirit of Irish Christmas“ bot einen gekonnten Mix aus Irish Dance und Irish Song: Hinreißende Tanzeinlagen, bei denen die Zuschauer gar nicht anders konnten, als ebenfalls mit den Füßen zu wippen, wechselten mit Hymnen in gälischer Sprache, wie „Nollaig shona“ oder „Amhrán na leabhar“, die in früheren Zeiten in Irland zu Weihnachten gesungen wurden. Aber auch traditionelle englische Weihnachtslieder, wie die bekannte „Wexford Carol“, sowie Stücke neueren Ursprungs, beispielsweise die „Fairytale of New York“, im Original von der legendären britischen Folk-Punk-Band „The Pogues“, durften an diesem Abend nicht fehlen.

Dazwischen immer wieder klassische „Jigs & Reels“, die typischen Tanzsongs der Iren, zu denen die Stepptänzer der „Danceperados“ virtuos über die Bühne wirbelten – mal mit anmutigen Softshoe-, mal mit temperamentvollen Hardshoe-Einlagen. Nachhaltig beeindruckt zeigte sich das Publikum auch von einem Solo der vier männlichen Ensemble-Mitglieder: Von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet und lediglich vom Klang der Bodhrán, einer traditionellen irischen Rahmentrommel, begleitet, sorgte der fast schon rituell anmutende Tanz für echtes Gänsehaut-Feeling.

Kein Wunder also, dass die zwölf Tänzer und sechs Musiker nach zwei lautstark von den Zuschauern eingeforderten Zugaben schließlich mit Standing Ovations verabschiedet wurden. „Ihr seid sehr nett“, bedankte sich Akkordeonist und Musical Director Eimhin Liddy in charmant gebrochenem Deutsch bei den Cellern. (mat)

Von Christina Matthies