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Celle Stadt Das Wort zum Sonntag: Tod und Ewigkeit – Was wird aus mir?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Das Wort zum Sonntag: Tod und Ewigkeit – Was wird aus mir?
16:22 19.11.2010
Celle Stadt

Gräber wurden hergerichtet und hier und da Lichter aufgestellt. Denn morgen ist Totensonntag. Totensonntag, das heißt: wir denken an unsere Verstorbenen. Wir nehmen uns Zeit für unsere Trauer. Wir dürfen sie wieder einmal zeigen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Wir dürfen uns eingestehen, wie sehr wir Mütter, Väter, Kinder, Angehörige und Freunde vermissen.

Sie, die vor uns gegangen sind, bleiben ein Teil unseres Lebens. Oft haben wir Jahrzehnte mit ihnen gelebt. Ich stell mir ein Ehepaar vor, das viele Jahre verheiratet war, bis einer der beiden starb. Viele Jahre hat man zusammen gelebt. Man hat miteinander geredet, gestritten, sich geliebt, Entscheidungen gemeinsam verantwortet. Man gab sich wirtschaftliche Sicherheit, Trost, machte sich Mut und hasste sich manchmal auch. Sie haben gemeinsame Freunde und Kinder. Als der Partner gestorben war, fehlte auf einmal das Gegenüber. Die Bindungen, die einem Halt gegeben haben, sind plötzlich abgerissen. Es klafft eine riesige Wunde.

Langsam, ganz langsam in einem großen Wechselbad der Gefühle lernt man, den Partner loszulassen. Die Erinnerungen als Schatz des gemeinsamen Lebens bleiben erhalten aber dennoch gelingt es hoffentlich neue Kontakte zu knüpfen und das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Dabei helfen viele kirchliche Angebote, aber auch die Familie, Freunde und Nachbarn, wie ich immer wieder dankbar erfahre.

An Verstorbene zu denken und um sie zu trauern, bedeutet immer auch, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen. Unweigerlich stellt man sich eines Tages die Frage: Was wird eigentlich aus mir?

Heute: 4. Celler Ökumenetag

Dieser Frage wollen wir auch beim 4. Celler Ökumenetag nachgehen. Er beginnt heute um 15 Uhr im Gemeindehaus an der Stadtkirche und endet mit einem ökumenischen Gottesdienst um 18 Uhr in der Stadtkirche. Wir hören unter anderem von unterschiedlichen Bestattungsformen und von neuen Trends, die unverkennbar sind. In Gruppengesprächen werden wir darüber nachdenken, was sie bedeuten und was sie über unsere christliche Zukunftshoffnung aussagen.

„Tod und Ewigkeit – Was wird aus mir?“ Diese Frage betrifft nämlich nicht nur die Sorge, wie wir mit der Bestattung unserer sterblichen Überreste umgehen wollen.

Wir Christen sind uns sicher, dass alle Menschen eine unsterbliche Seele haben. Wir vertrauen darauf, dass Jesus Christus uns durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen die Tür zu einem neuen Leben nach dem Tod geöffnet hat.

Dieses neue Leben wir nicht mehr vom Tod geprägt sein. Auch die Boten des Todes, wie z.B. Krankheiten, Schmerzen, Leid, Hass, Gewalt, Krieg, böse Worte, wird es in Gottes neuer Welt nicht geben. Diese neue Welt wird eine komplette Neuschöpfung sein.

Wegen des großen Schmerzes, den uns der Tod von lieben Menschen bringt, suchen wir Trost bei Gott. Er lässt uns nicht im Unklaren darüber, was nach dem Tod aus uns wird. Durch den Glauben an Jesus Christus schenkt er uns Leben in einer kompletten neu geschaffenen Welt.

Markus Müller

Pfarrer der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK)

in Celle und Lachendorf

Von Markus Müller