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Celle Stadt Das erste Stück vom Kuchen gehört Oma
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Das erste Stück vom Kuchen gehört Oma
19:09 09.09.2018
In „Rotkäppchen und die blöde Angst“ begeistert Johanna von Gutzeit als Anna. Quelle: Hubertus Blume
Celle

Wirklich wohlgerüstet ist sie, die Anna, als sie sich – die rote Häckelmütze auf dem Kopf – alleine auf den Weg durch den Wald zur kranken Großmutter macht. Wein und selbstgebackener Kuchen sind nämlich nur ein Teil im umfangreichen Gepäck des Mädchens. Ausgangspunkt und Ablauf der Premiere des Jungen Schlosstheaters Celle decken sich nur grundlegend mit dem altbekannten Märchen vom „Rotkäppchen“. Regisseurin Sonja Elena Schroeder und Dramaturgin Mona vom Dahl haben sich mit „Rotkäppchen und die blöde Angst“ ganz eigene Gedanken zu Grimms Erzählung gemacht und daraus ein neues Stück entwickelt, das sich modern und kindgerecht mit der Auseinandersetzung von Furcht und Befürchtungen beschäftigt.

Die eindringliche Liste von Regeln für – beziehungsweise gegen den Notfall – wie immer er auch aussehen könnte – ist lang: „Genügend Proviant, Regenzeug, Insektenmittel, keine wilden Tiere streicheln, auf dem Weg bleiben, fremde Menschen höflich grüßen, keine Angst zu haben … gegen möglichst alle gewappnet zu sein bedeutet aber auch jede Menge Gefahren wittern. Und das schürt überhaupt erst die Furcht. „Ich hab ja schon Angst was zu vergessen“, findet Anna. Zwischen mystischer Beleuchtung und dem fantasievoll-reduziertem Bühnenbild eines Schlingpflanzenwaldes bewegt sich das „Rotkäppchen“ sehr glaubhaft und berührend als eigentlich "taffes" Mädchen zwischen Mut und Ängstlichkeit.

In dem Ein-Frau-Stück agiert Johanna von Gutzeit tatsächlich „bezaubernd“ – und das in mehrfacher Hinsicht. Von erstem Moment an gelang es der Schauspielerin, glaubhaft in die Rolle zu schlüpfen. Aufmerksamkeit und Sympathie der vielen sehr jungen Zuschauer in der ausverkauften Turmbühne flossen ihr spontan zu. Auf der Bühne besteht Anna das Abenteuer jedoch nicht alleine, eine ganze Reihe von speziell dafür kreierten Puppen – alle von Johanna von Gutzeit geführt - haben ihren Auftritt. So wurden nicht nur ihr darstellerisches Können sondern auch ihr komisches Talent und ihre sprachliche Begabung im zauberhaften Universum sprechender Tiere und Blumen eindrucksvoll bewiesen.

Ganz allein fühlt sich Anna ja nicht. Ihre schlagfertig-kecke Puppenfreundin „Rosalie“ begleitet sie durch dick und dünn. Sie hilft über den Schreck, auf den Wolf zu treffen ebenso hinweg, wie über die Furcht vor dem Stachel der Wespe „Traudel“, die an den lecker duftenden Kuchen will. Aber das erste Stück gebührt, wie immer, der Oma. Anna schafft es zum Haus der Großmutter, wo erst mal alle im Bauch des gefräßigen Wolfs landen. Für Rettung sorgt in dem modernen Märchen allerdings die Heldin selbst. Ende gut, alles gut – wenn man nur Mut und gute Freunde hat.

Von Doris Hennies

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