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Celle Stadt David Werker schaut genau hin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt David Werker schaut genau hin
19:29 01.12.2013
Von Jürgen Poestges
David Werker gastiert am - 12. Dezember in der CD-Kaserne. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

David Werker, Ihr Programm heißt „Es kommt anders, wenn man denkt“. Wann ist Ihnen selbst das denn zum ersten Mal aufgefallen?

Da muss ich lange zurückschauen. Das war, nachdem ich mein Germanistik-Studium in Siegen aufgenommen hatte. Da hätte ich vielleicht vorher mal nachdenken sollen. Allerdings hatte ich mit meinem Abitur mit 3,6-Schnitt und den Hauptfächern Deutsch und Kartoffeldruck auch nicht viele Möglichkeiten. Trotzdem habe ich mir gemerkt: Augen auf vor dem Kreuzchen machen.

Worum geht es denn in dem neuen, Ihrem zweiten Programm?

Man muss in der heutigen Zeit auch mit Ende 20 noch nicht erwachsen sein. Es laufen doch Männer mit 40 rum, die haben einen Kapuzenpulli an und artikulieren sich schlechter als die Teletubbies. Heute gibt es Individualität an allen Ecken und Enden. Die 68er-Generation hatte noch Kämpfe zu absolvieren. Wir heute nicht mehr. Das geht doch morgens schon los: Aufstehen oder liegen bleiben. Da müssen manche dann erst mal drüber schlafen.

Wie lange sind Sie als professioneller Comedian tätig?

Ich habe in der Talent-Schmiede beim Quatsch-Comedy-Club in Berlin angefangen. Hauptberuflich mache ich es seit 2010.

Was hat sich denn für Sie nach dem Comedy-Preis geändert?

Schön war es schon einmal, dass mein Laudator Ingo Appelt noch 50 Euro draufgelegt hat, die er hinterher auch nicht zurückhaben wollte. Er hat gesagt, er würde eine Randgruppe ehren, Studenten eben. Und ansonsten ist der Comedy-Preis ein schöner Briefbeschwerer.

Woher bekommen Sie die Ideen für Ihr Programm?

Es ist doch häufig so, dass die Dinge auf der Straße liegen und man sie nur aufschreiben muss. Wenn meine Mutter zum Beispiel sagt: „Mensch, David, jetzt chill mal“ dann fehlen mir die Worte. Eltern kommen ja in einem gewissen Alter in eine Art zweite Pubertät. Die reden dann Dinge, die sie selber nicht verstehen. Oder, wenn die Kassiererin im Supermarkt drei Leberflecken im Gesicht hat, dann liegt doch die Frage nah: Sammeln Sie Punkte? Man muss eben nur genau hinschauen, dann fliegen einem die Themen zu.

Waren Sie schon in Celle?

Ja, das ist, glaube ich, zwei Jahre her. Ich kann mich noch gut an die schöne Altstadt erinnern. Da gibt es auch einige Kneipen, die Namen habe ich aber vergessen. Ich werden dann dieses Mal nur vier anstatt fünf Stunden spielen, um mehr Zeit für die Innenstadt zu haben.