Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Debatte um Ackergrenzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Debatte um Ackergrenzen
21:29 13.03.2015
Mancher Landwirt übersieht beim Pflügen die Ackergrenzen. Das wollen die Grünen verhindern. Quelle: Lukas Schulze
Celle Stadt

Die Partei hatte argumentiert, dass der Kreis sich dort engagieren sollte, weil es ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz sei. „Es geht nicht um Generalschelte, aber das was da teilweise passiert, ist Landraub wie im wilden Westen”, sagte Gerald Sommer. Ernst-Ingolf Angermann (CDU), selber Landwirt, meinte hingegen, dass die Bauern im Allgemeinen diese Regeln einhalten würden.

Diese Einschätzung hatte er schon im Umweltausschuss abgegeben, aber dort hatte ihm bereits Annette von Pogrell (SPD) widersprochen. „Dass die Landwirte das nicht machen, ist falsch. In Bergen hatten wir flächendeckend das Problem, dass über die Ränder hinaus geackert wurde”.

Am Ende folgte die Kreispolitik jedoch der Erkenntnis, dass die „Kommunen auf unsere Nachfrage mitgeteilt haben, dass sie überhaupt keine Unterstützung in dieser Frage wollen”, wie Kreisrat Gerald Höhl es im Umweltausschuss formulierte.

Heinrich Lammers, Landwirt in Bannetze, hält die Idee der Grünen, die unter anderem das Vermessen der Grenzsteine vorsah, für nicht effektiv. „Das Ausmessen von neuen Grenzsteinen würde laut dem Katasteramt Millionen kosten. Viele Steine sind noch gar nicht gesetzt, in der Gemarkung Bannetze fehlen zum Beispiel noch über 50 und im Kreis Celle über 1000”, sagt Lammers.

Schneller und kostengünstiger ist aus seiner Sicht ein Abgleich von Liegenschafts- und Feldblockkataster. „Ist eine Ackerfläche laut Liegenschaftskataster ein Hektar groß, laut Feldblockkataster die tatsächlich bewirtschaftete Fläche aber 1,01 Hektar, wäre eine Überprüfung sinnvoll”, erläutert Lammers seine Idee an einem Beispiel.

Nach seinem Wissen würden die Ackerflächen in der Gemarkung Bannetze häufig gar nicht bis an die Grundstücksgrenzen bewirtschaftet. So steht Pflanzen und Tieren im Wegeseitenraum, wie von den Grünen gewünscht, zusätzlich Fläche zur Verfügung.

Um den rasanten Artenschwund wirksam zu stoppen, gebe es zudem effektivere Maßnahmen, als die Wegeseitenräume zu erhalten. Als Landwirt habe er in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Feldfrüchten und dazu noch bis zu acht Hektar Blühstreifen angelegt. Auf diesen haben zahlreiche Arten ein Zuhause gefunden.

Von Tore Harmening