Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Debatte um Celler Gesmatschulkonzept
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Debatte um Celler Gesmatschulkonzept
18:10 23.02.2015
Die Gesamtschule soll auf eine sechste Klasse im kommenden Schuljahr erweitert werden. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

„Aufgrund des Einsatzes einer modernen Unterrichtsmedienlandschaft kann ab dem Schuljahr 2015/16 auf einen Computerraum in der Oberschule Celle II verzichtet werden. Dieser Computerraum erfährt eine Umwidmung in einen allgemeinen Unterrichtsraum, so dass die räumlichen Kapazitäten im kommenden Schuljahr für eine Sechszügigkeit gegeben sind”, heißt es dort zur Begründung.

Für den Kreisvorsitzenden der Grünen, Bernd Zobel, ist das jedoch „Politik nach Raumlage. Was passiert denn, wenn der Platz im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung steht? Gibt es dann wieder eine Fünfzügigkeit? Ich vermisse da die pädagogische Begründung der Erweiterung, auch wenn ich sie nicht komplett ablehne”, so Zobel. Er sieht für die Burgstraße auf absehbare Zeit auch wieder mehr Raumbedarf zukommen, weil das Gymnasium Ernestinum zurück zum G9-Abitur geht. "Ich weiß nicht, wie das gehen soll, deshalb muss man die Frage nach der zweiten Gesamtschule im Landkreis Celle ernsthaft diskutieren."

Nach seiner Meinung kommt auf den ersten Blick der Westkreis dafür in Frage, "allerdings müsste das gewissenhaft geprüft werden, um die Vor- und Nachteile aufzuzeigen".

Maximilian Schmidt (SPD) begrüßt zunächst die geplante Aufstockung. „Es ist gut, dass es ein Einsehen gibt, denn eine Situation, in der Eltern klagen oder abgelehnt werden, kann nicht lange hingenommen werden.” Er sieht deshalb die Diskussion der zweiten Gesamtschule früher oder später auf dem Tisch. „Wir brauchen uns dazu nichts Neues ausdenken, unser Antrag liegt auf dem Tisch und ist nur zurückgestellt”, so Schmidt.

Bei WG und CDU sowie FDP tritt man aber erstmal auf die Bremse. „Wir wollen zunächst mal schauen, welche Auswirkungen die neue Gesamtschule hat, bevor wir schon die nächste planen”, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Müller. Angesichts der Umgestaltungen der vergangenen Jahre gehe es jetzt um „Ruhe an der Schulfront”. Ähnlich sieht das Ulrich Kaiser (WG): "Wir sind offen für Veränderungen, aber zunächst sollte die Entwicklung abgewartet werden." Jutta Krumbach (FDP) lehnt generell eine Diskussion über eine zweite Gesamtschule ab. "Das gefährdet den Bestand von Gymnasien", begründet sie das Nein der Liberalen.

Ein zweites Thema wird den Schulausschuss beschäftigen, der gravierende Auswirkungen für Faßberg und Eschede haben würde. So schlägt die Verwaltung vor, die Oberschule-Außenstelle Eschede Ende Juli dieses Jahres zu schließen. Die Faßberger Außenstelle soll zum Juli 2016 dicht gemacht werden. Der Kreis begründet die Schließung mit zu geringen Schülerzahlen. Die Politik wollte der Diskussion im Schulausschuss dazu noch nicht vorgreifen. Wirklicher Widerstand regt sich allerdings bisher nicht.

Von Tore Harmening