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Celle Stadt Den Celler Landwirten stinkt es
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Den Celler Landwirten stinkt es
18:23 01.02.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Bewertet die Düngeverordnung kritisch: Ernst-Ingolf Angermann. "Ohne den Dünger gedeihen die Pflanzen nicht mehr so gut und der Humus nimmt Schaden", sagt der Landwirt. Quelle: Anne Friesenborg
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Die Berechnung des organischen Düngers und der damit einhergehenden Grundwasserbelastung ist eine von mehreren Vorschriften der neuen Düngeverordnung.

"Bei dieser Thematik sind selbst einige Landwirte überfordert", sagt Ernst-Ingolf Angermann, Landwirt und Vorsitzender des Beratungsrings Celle. Der Langlinger geht sogar so weit, die neue Verordnung als "größte Herausforderung für die Landwirtschaft seit Jahrzehnten" zu bezeichnen. Um die Betriebe bei den Neuerungen zu unterstützen, sind Beratungsstellen wie der Beratungsring Celle gefragt.

Zu den Neuerungen gehört eine Obergrenze für den organischen Dünger, also Gülle. Pro Hektar darf jährlich mit 170 Kilogramm Stickstoff gedüngt werden. Wenn eine Pflanze mehr Stickstoff braucht, muss der Rest mit Mineraldünger angeglichen werden. "Besser für die Klimabilanz ist das nicht. Die Herstellung von Mineraldünger und der Transport benötigen erhebliche Energiemengen", so Angermann. Für die Gülle-Überschüsse, die nun nicht mehr auf das Feld dürfen, müssen zusätzliche Lagerkapazitäten zur Verfügung stehen. Für einige Betriebe eine teure Investition.

Hinzu kommt eine Verlängerung der Sperrfrist für organischen Dünger. Vom 1. November bis 31. Januar darf keine Gülle auf den Feldern ausgebracht werden. "Gerade auf gefrorenen oder wassergesättigten Böden besteht die Gefahr, dass der Dünger oberflächlich abfließt", erklärt Niedersachsens Nabu-Pressesprecher Ulrich Thüre. Die neue Sperrfrist diene dazu, die Stickstoff- und Ammoniakverluste über den Winter zu verringern. Nach der Ernte im Sommer baut Angermann auf seinen Feldern Gründünger wie Ölrettich und Sempf an, um den Boden durch Humus zu verbessern. "Ohne den Dünger gedeihen die Pflanzen nicht mehr so gut und der Humus nimmt Schaden", sagt Angermann. In diesem Punkt wünsche er sich bei der Düngeverordnung eine Nachbesserung. "Im Grunde ist das Gesetz gut gedacht, aber zu kompliziert. Ich habe den Eindruck, da ist jemand über das Ziel hinaus geschossen", so Angermann.

Während der Landwirt die Verordnung vor allem von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus bewertet, legt der Nabu ganz andere Maßstäbe an das Gesetz an. "Mit 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar sind die erlaubten und tatsächlichen Stickstoff-Überschüsse immer noch zu hoch. Hinzu kommt, dass es einige Jahre dauert, bis sich die veränderte Düngung im Grundwasser bemerkbar macht", sagt Nabu-Mann Thüre. Aus Sicht des Naturschutzes sollten die Stickstoffüberschüsse unter 40 Kilogramm pro Hektar liegen, um eine geringe Grundwasserbelastung zu erreichen.

"Die neue Düngeverordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung, geht aber noch nicht weit genug", so Thüre. Außerdem bedauert der Nabu-Pressesprecher, dass es so lange gedauert hat, eine neue Verordnung zu erstellen. Die Probleme seien schon seit längerem bekannt gewesen. "Für die Landwirte kommt das sofortige Inkrafttreten der Verordnung sehr schnell", bemängelt Thüre.

Für die Befürworter war es ein logischer Schritt in Sachen Haushaltskonsolidierung, für die Gegner der Anfang vom Ende der Jugendsozialarbeit à la Stadt Celle: Mit 22 zu 18 Stimmen hat der Stadtrat am Mittwoch die Übertragung der Verwaltung des Jugendhilfebereichs an den Landkreis Celle beschlossen. Diese Aufgabe, die eigentlich ohnehin in den Zuständigkeitsbereich des Kreises gehört, hatte die Stadt bisher in Eigenregie wahrgenommen. Nun werden rund 45 Personalstellen aus dem Rathaus an die Trift wandern. Die Stadt verspricht sich davon jährliche Einsparungen von mindestens 2,8 Millionen Euro.

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